Kinder & Baby
Wachstum, Vorsorge und Alltag — mit den Perzentilen, Untersuchungsterminen und Impfempfehlungen, die in Deutschland gelten.
Aktualisiert 7. September 2026 · Zuletzt geprüft 7. September 2026 · 21 Rechner
- Erschwerte Atmung, Nasenflügeln, Einziehungen zwischen den Rippen, bläuliche Lippen
- Ein Kind, das apathisch ist, sich nicht wecken lässt oder auffällig teilnahmslos wirkt
- Hautflecken, die sich beim Draufdrücken mit einem Glas nicht wegdrücken lassen — besonders zusammen mit Fieber
- Fieber bei Säuglingen unter drei Monaten — immer umgehend abklären lassen
- Zeichen von Austrocknung: trockene Windel über mehrere Stunden, eingesunkene Augen, keine Tränen, schlaffe Haut
- Krampfanfall
- Verdacht auf Vergiftung — Giftnotruf, und wenn die Nummer nicht zur Hand ist: 112
Perzentilen statt Grenzwerte
Kinder werden in Deutschland nicht nach Erwachsenengrenzen beurteilt, sondern anhand alters- und geschlechtsspezifischer Perzentilenkurven — meist nach Kromeyer-Hauschild, ergänzt durch die Daten der KiGGS-Studie des Robert Koch-Instituts.
Eine Perzentile sagt, wie viele gleichaltrige Kinder desselben Geschlechts unterhalb dieses Werts liegen. Ein Kind auf der 25. Perzentile ist nicht „zu klein" — es ist kleiner als drei Viertel seiner Altersgruppe, und das ist eine Beschreibung, keine Bewertung.
Aussagekräftig ist nicht der einzelne Punkt, sondern der Verlauf. Ein Kind, das über Jahre auf der 10. Perzentile wächst, ist unauffällig. Ein Kind, das von der 50. auf die 10. rutscht, wird angeschaut — auch wenn beide Werte „im Normbereich" liegen. Genau deshalb gibt es die Kurven im gelben Untersuchungsheft.
U-Untersuchungen
Die Früherkennungsuntersuchungen sind Kassenleistung und im gelben Kinderuntersuchungsheft dokumentiert. Die Zeitfenster sind verbindlich — wer sie verpasst, verliert unter Umständen den Anspruch.
| Termin | Zeitraum |
|---|---|
| U1 | direkt nach der Geburt |
| U2 | 3. bis 10. Lebenstag |
| U3 | 4. bis 5. Lebenswoche |
| U4 | 3. bis 4. Lebensmonat |
| U5 | 6. bis 7. Lebensmonat |
| U6 | 10. bis 12. Lebensmonat |
| U7 | 21. bis 24. Lebensmonat |
| U7a | 34. bis 36. Lebensmonat |
| U8 | 46. bis 48. Lebensmonat |
| U9 | 60. bis 64. Lebensmonat |
| J1 | 12. bis 14. Lebensjahr |
Maßgeblich ist immer das Untersuchungsheft Ihres Kindes. Einzelne Bundesländer bieten zusätzliche Untersuchungen an, und einige haben ein Einladungs- oder Meldewesen eingerichtet.
Impfungen und der Stichtag zur Einschulung
Der Impfkalender folgt den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut. Er wird jährlich aktualisiert, meist im Frühjahr — der Rechner nennt deshalb immer den Stand, auf dem er beruht. Für Ihr Kind gilt der Impfausweis und die Empfehlung Ihrer Kinderarztpraxis.
Beim Schulbeginn liegt eine Besonderheit, die überregionale Ratgeber regelmäßig falsch darstellen: der Stichtag ist Ländersache. Je nach Bundesland liegt er zwischen dem 30. Juni und dem 31. Dezember, und auch die Regeln für vorzeitige Einschulung und Rückstellung unterscheiden sich. Ein Kind, das in einem Bundesland schulpflichtig wird, ist es im Nachbarland unter Umständen noch nicht.
- Kein BMI-Rechner für Kinder
- Die Erwachsenengrenzen 25 und 30 gelten für Kinder nicht. Die Einordnung erfolgt über Perzentilen und gehört in die Kinderarztpraxis — dort liegen auch die Vorwerte, auf die es ankommt.
- Keine Fiebersaft- oder Medikamentendosierung
- Auch nicht nach Gewicht, obwohl genau danach oft gesucht wird. Eine Zahl, die um eine Stelle verrutscht, ist bei einem Kleinkind gefährlich. Die Dosis steht auf der Packungsbeilage und wird von Apotheke oder Praxis bestätigt.
- Keine Entwicklungs-„Tests" mit Urteil
- Meilensteine haben eine große normale Spannbreite. Wir zeigen sie — aber wir geben kein Ergebnis aus, das ein Kind als verzögert einstuft.
- Keine Beurteilung von Impfabständen im Einzelfall
- Nachholimpfungen und Abstände bei versäumten Terminen richten sich nach dem individuellen Impfstatus. Das macht die Kinderarztpraxis.
Die Rechner in dieser Kategorie sind allgemeine Information für Eltern und ersetzen keine Kinderarztpraxis. Bei einem Säugling, bei Fieber, das nicht einzuordnen ist, und bei jedem Kind, dessen Zustand sich verschlechtert, gilt: lieber einmal zu früh anrufen. Einzelheiten im medizinischen Haftungsausschluss.