Schlafbedarf nach Alter
Wichtiger als die Stundenzahl ist, wie Ihr Kind tagsüber ist. Und Durchschlafen ist kein Entwicklungsschritt.
Aktualisiert 7. September 2026 · Referenzwerte von 2026
Schlafbedarf einordnen
Gemeint ist der Schlaf über 24 Stunden — Nachtschlaf plus Mittagsschlaf.
in Monaten
in Stunden pro 24 Stunden
Einordnung
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—Warum die Spannen so breit sind
Zwischen der unteren und oberen Grenze liegen je nach Alter zwei bis drei Stunden — und das ist kein Ausdruck von Unsicherheit, sondern die Realität. Kinder haben sehr unterschiedlichen Schlafbedarf, und zwar von Geburt an.
Deshalb ist die entscheidende Frage nicht, ob Ihr Kind die Stundenzahl aus der Tabelle erreicht, sondern wie es tagsüber ist. Ein Kind, das etwas unter der Spanne liegt, aber wach und ausgeglichen durch den Tag kommt, schläft genug. Ein Kind, das im Mittelfeld liegt und trotzdem ständig übermüdet wirkt, tut es womöglich nicht.
Durchschlafen ist kein Entwicklungsschritt
Das ist der Punkt, an dem die meisten Eltern unnötig unter Druck geraten. Nächtliches Aufwachen ist bei Säuglingen und Kleinkindern normal und entwicklungsgemäß — kein Zeichen dafür, dass etwas falsch läuft.
Ein erheblicher Teil der Einjährigen wacht nachts noch regelmäßig auf. Auch Kinder, die schon einmal durchgeschlafen haben, tun das oft phasenweise wieder nicht — bei Entwicklungssprüngen, beim Zahnen, nach Infekten, bei Veränderungen im Alltag.
Zu den verschiedenen Ansätzen, Kindern beim Ein- und Durchschlafen zu helfen, gibt es unterschiedliche Auffassungen, und Eltern bekommen dazu widersprüchliche Ratschläge. Was zu Ihnen und Ihrem Kind passt, entscheiden Sie — hilfreicher als jede Methode ist meist ein verlässlicher Ablauf am Abend und die Erkenntnis, dass es eine Phase ist.
Sicherer Babyschlaf im ersten Jahr
Diese Empfehlungen sind gut untersucht und haben die Zahl der plötzlichen Säuglingstodesfälle deutlich gesenkt. Sie gelten für das erste Lebensjahr:
- Auf dem Rücken schlafen — zum Schlafen immer, auch zum Mittagsschlaf. Bauchlage im Wachzustand unter Aufsicht ist etwas anderes und wichtig für die Entwicklung.
- Im eigenen Bett, aber im Elternschlafzimmer — das ist die Empfehlung für das erste Jahr.
- Schlafsack statt Decke, kein Kissen, keine Kuscheltiere, kein Nestchen, kein Fell im Bett.
- Nicht zu warm — die Schlafzimmertemperatur eher kühl, und lieber eine Schicht weniger.
- Rauchfreie Umgebung, in der Schwangerschaft wie danach.
- Stillen wirkt schützend.
Zum Schlafen im Elternbett gibt es unterschiedliche Empfehlungen. Als klar riskant gilt es, wenn Erwachsene geraucht, Alkohol getrunken oder Medikamente eingenommen haben, die müde machen — und auf Sofa oder Sessel sollte ein Säugling nie schlafen, auch nicht kurz.
Jugendliche schlafen anders, nicht schlechter
In der Pubertät verschiebt sich der innere Rhythmus biologisch nach hinten: Einschlafen wird später möglich, Aufstehen entsprechend schwerer. Das ist keine Bequemlichkeit, sondern eine Umstellung, die praktisch alle betrifft.
Weil die Schule trotzdem früh beginnt, entsteht über die Woche ein Schlafdefizit, das am Wochenende durch langes Ausschlafen ausgeglichen wird — was den Rhythmus weiter verschiebt. Was hilft, ist weniger die Verhandlung über die Uhrzeit als helles Licht am Morgen und Bildschirme, die abends aus dem Zimmer verschwinden.
Häufige Fragen
Mein Kind schläft weniger als in der Tabelle. Ist das schlimm?
Meistens nicht. Die Spannen sind breit, weil Kinder von Geburt an sehr unterschiedlichen Schlafbedarf haben. Entscheidend ist nicht die Stundenzahl, sondern wie Ihr Kind tagsüber ist: Wer wach und ausgeglichen durch den Tag kommt, schläft genug — auch etwas unterhalb der Spanne. Umgekehrt kann ein Kind im Mittelfeld liegen und trotzdem übermüdet sein.
Ab wann sollte ein Baby durchschlafen?
Durchschlafen ist kein Entwicklungsschritt, den ein Kind zu einem bestimmten Zeitpunkt erreichen muss. Nächtliches Aufwachen ist bei Säuglingen und Kleinkindern normal und entwicklungsgemäß; ein erheblicher Teil der Einjährigen wacht noch regelmäßig auf. Auch Kinder, die schon einmal durchgeschlafen haben, tun das oft phasenweise wieder nicht — bei Entwicklungssprüngen, beim Zahnen oder nach Infekten.
Wo soll mein Baby im ersten Jahr schlafen?
Die Empfehlung lautet: im eigenen Bett, aber im Elternschlafzimmer, und zwar im ganzen ersten Lebensjahr. Dazu gehören Rückenlage zum Schlafen, ein Schlafsack statt Decke, kein Kissen und keine Kuscheltiere im Bett, eine eher kühle Zimmertemperatur und eine rauchfreie Umgebung. Auf Sofa oder Sessel sollte ein Säugling nie schlafen, auch nicht kurz.
Mein Teenager kommt morgens nicht hoch. Ist das Faulheit?
Nein, das ist Biologie. In der Pubertät verschiebt sich der innere Rhythmus nach hinten: Einschlafen wird später möglich, Aufstehen entsprechend schwerer. Weil die Schule trotzdem früh beginnt, entsteht über die Woche ein Defizit, das am Wochenende durch Ausschlafen ausgeglichen wird — was den Rhythmus weiter verschiebt. Was hilft, ist helles Licht am Morgen und Bildschirme, die abends aus dem Zimmer verschwinden.
Werden die Schlafdaten meines Kindes gespeichert?
Nein. Die Einordnung läuft mit JavaScript in Ihrem Browser; Alter, Schlafdauer und die übrigen Angaben werden nicht übertragen und nicht gespeichert.
Die altersbezogenen Spannen für den Schlafbedarf entsprechen den international gebräuchlichen Empfehlungen, wie sie auch von deutschen Fachgesellschaften übernommen werden. Die Empfehlungen zum sicheren Babyschlaf folgen den Hinweisen der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Die Darstellung nächtlichen Aufwachens als entwicklungsgemäß sowie der Hinweis auf die Verschiebung des Schlafrhythmus in der Pubertät entsprechen der schlafmedizinischen Fachliteratur.
Was dieser Rechner nicht leistet: er gibt keine Einschlafmethode vor und beurteilt keine Schlafstörung. Bei Schnarchen mit Atempausen oder ausgeprägter Tagesmüdigkeit gehört das in die kinderärztliche Praxis.
Zuletzt geprüft 7. September 2026 · Nächste Prüfung März 2027 · Veröffentlicht 7. September 2026
Die Rechner auf dieser Seite sind allgemeine Information und ersetzen keine kinderärztliche Untersuchung. Maßgeblich sind die Eintragungen im gelben Heft und die Einschätzung Ihrer Praxis. Einzelheiten im medizinischen Haftungsausschluss.