Trinkmenge bei Kindern
Ein Säugling, der nur Milch bekommt, braucht kein Wasser — auch nicht bei Hitze. Zusätzliches Wasser kann in diesem Alter sogar schaden.
Aktualisiert 7. September 2026 · Referenzwerte von 2026
Richtwert für Ihr Kind
Gemeint sind Getränke. Was über das Essen aufgenommen wird, kommt dazu.
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Richtwert
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—Säuglinge sind der Sonderfall
Das ist der wichtigste Punkt auf dieser Seite und wird oft übersehen: Ein Säugling, der ausschließlich Milch bekommt, braucht kein zusätzliches Wasser — auch nicht bei Hitze. Muttermilch und Säuglingsnahrung decken den Flüssigkeitsbedarf vollständig.
Zusätzliches Wasser ist in diesem Alter nicht nur überflüssig, sondern kann schaden: Größere Mengen verdünnen die Salze im Blut, und der kleine Körper kann das schlecht ausgleichen. Wer das Gefühl hat, sein Baby brauche bei Hitze mehr, legt häufiger an oder gibt häufiger die Flasche — nicht Wasser.
Mit dem Beginn der Beikost ändert sich das: Ab dem ersten Brei gehört ein Schluck Wasser dazu, im Becher und nicht in der Flasche.
Die Richtwerte
| Alter | Getränke am Tag |
|---|---|
| 1 bis unter 4 Jahre | rund 800 ml |
| 4 bis unter 7 Jahre | rund 950 ml |
| 7 bis unter 10 Jahre | rund 970 ml |
| 10 bis unter 13 Jahre | rund 1150 ml |
| 13 bis unter 15 Jahre | rund 1330 ml |
| 15 bis unter 19 Jahre | rund 1530 ml |
Das sind Richtwerte für einen normalen Tag. Bei Hitze, Sport, Fieber und Durchfall steigt der Bedarf deutlich — dann gilt nicht die Tabelle, sondern: häufiger anbieten.
Was getrunken wird, ist wichtiger als wie viel
Für die allermeisten Kinder ist die Menge kein Problem. Das eigentliche Thema ist die Auswahl: Wasser und ungesüßter Tee sind die Getränke des Alltags, alles andere ist die Ausnahme.
- Saft ist ein Lebensmittel, kein Getränk. Auch ohne Zuckerzusatz enthält er so viel Fruchtzucker wie viele Limonaden.
- Saftschorle ist besser als Saft, aber kein Wasserersatz. Als gelegentliches Getränk in Ordnung, als Alltagsgetränk nicht.
- Fertige Kindertees sind häufig gesüßt — ein Blick auf die Zutatenliste lohnt sich. In der Nuckelflasche sind sie besonders ungünstig.
- Koffeinhaltige Getränke — auch Eistee und Cola — gehören nicht in den Alltag von Kindern; Energydrinks gar nicht.
Wer sein Kind an Wasser gewöhnen will, hat es am leichtesten, wenn Wasser das ist, was selbstverständlich auf dem Tisch steht. Ein Kind, das gelernt hat, dass es zu jeder Mahlzeit etwas Süßes zu trinken gibt, findet Wasser langweilig — das ist Gewöhnung, keine Vorliebe.
Woran Sie merken, dass es zu wenig ist
Der einfachste Hinweis ist der Urin: hell und geruchsarm spricht für genug, dunkel und stark riechend für zu wenig. Dazu kommen selteneres Wasserlassen, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Konzentrationsprobleme am Nachmittag.
Praktisch am wirksamsten ist nicht Ermahnen, sondern Verfügbarkeit: eine Flasche in der Schultasche, ein Glas auf dem Tisch, ein Becher, den das Kind selbst erreicht.
Häufige Fragen
Braucht mein Baby bei Hitze zusätzlich Wasser?
Nein, solange es ausschließlich Milch bekommt. Muttermilch und Säuglingsnahrung decken den Flüssigkeitsbedarf vollständig, auch an heißen Tagen. Zusätzliches Wasser kann in diesem Alter sogar schaden, weil größere Mengen die Salze im Blut verdünnen und der kleine Körper das schlecht ausgleicht. Legen Sie stattdessen häufiger an oder geben Sie häufiger die Flasche.
Wie viel soll mein Kind am Tag trinken?
Als Richtwert für Getränke: rund 800 ml bei Ein- bis Vierjährigen, rund 950 ml bis zum siebten Lebensjahr, rund 1150 ml zwischen zehn und dreizehn und rund 1500 ml bei Jugendlichen. Das gilt für einen normalen Tag — bei Hitze, Sport, Fieber und Durchfall steigt der Bedarf deutlich, und dann gilt nicht die Tabelle, sondern: häufiger anbieten.
Ist Saft ein gutes Getränk für Kinder?
Nicht als Alltagsgetränk. Saft ist eher ein Lebensmittel als ein Getränk — auch ohne Zuckerzusatz enthält er so viel Fruchtzucker wie viele Limonaden. Saftschorle ist besser, aber kein Wasserersatz. Auch fertige Kindertees sind häufig gesüßt; ein Blick auf die Zutatenliste lohnt sich, und in der Nuckelflasche sind sie besonders ungünstig.
Woran erkenne ich, dass mein Kind zu wenig trinkt?
Der einfachste Hinweis ist der Urin: hell und geruchsarm spricht für genug, dunkel und stark riechend für zu wenig. Dazu kommen selteneres Wasserlassen, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Konzentrationsprobleme am Nachmittag. Was praktisch am meisten hilft, ist nicht Ermahnen, sondern Verfügbarkeit — eine Flasche in der Schultasche und ein Becher, den das Kind selbst erreicht.
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Die Richtwerte für die Zufuhr von Wasser durch Getränke entsprechen den D-A-CH-Referenzwerten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Der Hinweis, dass ausschließlich mit Milch ernährte Säuglinge kein zusätzliches Wasser benötigen, sowie die Empfehlungen zur Getränkeauswahl im Kindesalter folgen den Empfehlungen des Netzwerks Gesund ins Leben und des Forschungsdepartments Kinderernährung.
Was dieser Rechner nicht leistet: er ersetzt keine ärztliche Einschätzung. Bei einem Kind, das auffällig viel trinkt und dabei abnimmt, oder bei einem Kind, das im Rahmen einer Erkrankung zu wenig trinkt, gehört das in die kinderärztliche Praxis.
Zuletzt geprüft 7. September 2026 · Nächste Prüfung März 2027 · Veröffentlicht 7. September 2026
Die Rechner auf dieser Seite sind allgemeine Information und ersetzen keine kinderärztliche Untersuchung. Maßgeblich sind die Eintragungen im gelben Heft und die Einschätzung Ihrer Praxis. Einzelheiten im medizinischen Haftungsausschluss.