Fieber bei Kindern
Ein Kind mit 39,8 Grad, das trinkt und spielt, ist unbedenklicher als eines mit 38,3 Grad, das schlaff ist. Das Verhalten ist der bessere Maßstab.
Aktualisiert 7. September 2026 · Referenzwerte von 2026
Zeitnah in die Praxis oder Notaufnahme: Säuglinge unter drei Monaten mit Fieber, ein Kind, das nicht mehr trinkt, deutlich weniger nasse Windeln, anhaltendes Erbrechen, ein ungewöhnlich schlaffes oder schwer weckbares Kind. Außerhalb der Sprechzeiten erreichen Sie den Bereitschaftsdienst unter 116 117.
Zuerst: trifft eines davon zu?
Bei einem dieser Punkte spielt die Höhe der Temperatur keine Rolle.
Fieber einordnen
Bei Säuglingen ist die Messung im Po am verlässlichsten. Stirn- und Ohrmessungen sind bei den Kleinsten ungenau.
in Monaten
in Grad Celsius
Einordnung
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—Fieber ist eine Reaktion, keine Krankheit
Der Körper erhöht seine Temperatur, weil die Abwehr bei höherer Temperatur besser arbeitet. Fieber ist damit ein Zeichen — und die Zahl auf dem Thermometer sagt wenig darüber, wie ernst die Ursache ist.
Ein Kind mit 39,8 Grad, das trinkt, reagiert und zwischendurch spielt, ist in aller Regel unbedenklicher als ein Kind mit 38,3 Grad, das schlaff ist und nicht mehr trinkt. Das Verhalten ist der bessere Maßstab als der Wert. Diesen einen Satz lohnt es sich zu merken, weil er die meisten nächtlichen Entscheidungen einfacher macht.
Messen
- Ab 38,0 Grad spricht man von Fieber, zwischen 37,5 und 38,0 von erhöhter Temperatur — bezogen auf die Messung im Po.
- Bei Säuglingen und Kleinkindern ist die Messung im Po am verlässlichsten. Stirn- und Ohrthermometer sind praktisch, bei den Kleinsten aber ungenau; unter sechs Monaten sind sie nicht geeignet.
- Unter der Achsel gemessene Werte liegen niedriger und sind für die Beurteilung wenig brauchbar.
- Frisch eingepackte, verschwitzte oder gerade herumgetobte Kinder messen zu hoch — kurz warten und wiederholen.
Die Altersgrenze, die alles ändert
Bei Säuglingen unter drei Monaten gilt eine eigene Regel: Fieber ab 38,0 Grad gehört immer und sofort ärztlich untersucht — auch wenn das Kind ansonsten unauffällig wirkt, auch nachts, auch am Wochenende.
Der Grund ist, dass die Abwehr in diesem Alter noch anders arbeitet und ernsthafte Infektionen wenig eindeutige Zeichen machen. Das ist keine Übervorsicht, sondern die Standardempfehlung. Zwischen drei und sechs Monaten gilt eine niedrigere Schwelle als später.
Was hilft
Das Wichtigste ist Trinken — bei Fieber verliert der Körper mehr Flüssigkeit. Kleine Mengen häufig sind besser als große auf einmal, und bei Säuglingen heißt das: öfter anlegen oder die Flasche anbieten.
Fiebersenkende Mittel sind dafür da, dass es dem Kind besser geht — nicht, um eine Zahl zu normalisieren. Ein Kind, das trotz 39 Grad trinkt und schläft, braucht nicht zwingend eines. Welches Mittel in welcher Menge infrage kommt, richtet sich nach Alter und Gewicht und gehört in die Praxis oder Apotheke; diese Seite nennt bewusst keine Dosierung.
Acetylsalicylsäure ist bei Kindern und Jugendlichen nicht geeignet — sie wird mit einer seltenen, aber schweren Komplikation in Verbindung gebracht. Dieses Schmerzmittel aus der Hausapotheke ist für Erwachsene gedacht.
Wadenwickel wirken nur, wenn Hände und Füße warm sind. Bei kalten Extremitäten steigt die Temperatur gerade noch an; Wickel sind dann unangenehm und wirkungslos.
Fieberkrampf
Er tritt vor allem zwischen einem halben und fünf Jahren auf, meist beim raschen Anstieg der Temperatur. Für Eltern ist er sehr beängstigend — in den allermeisten Fällen ist er ungefährlich und hinterlässt keine Schäden.
Was zu tun ist: das Kind vor Verletzungen schützen, nichts in den Mund stecken, nicht festhalten, auf die Uhr sehen. Beim ersten Mal, bei einer Dauer über fünf Minuten oder wenn das Kind danach nicht zu sich kommt: 112. Auch ein kurzer, erster Fieberkrampf gehört noch am selben Tag ärztlich angesehen.
Häufige Fragen
Ab welcher Temperatur ist es Fieber?
Ab 38,0 Grad, gemessen im Po; zwischen 37,5 und 38,0 spricht man von erhöhter Temperatur. Wichtiger als die Grenze ist aber die Einordnung: Die Höhe sagt wenig über die Schwere der Ursache. Ein Kind mit 39,8 Grad, das trinkt und reagiert, ist in aller Regel unbedenklicher als eines mit 38,3 Grad, das schlaff ist und nicht mehr trinkt.
Mein Baby ist zwei Monate alt und hat Fieber. Was tun?
Sofort ärztlich untersuchen lassen — bei Säuglingen unter drei Monaten gilt Fieber ab 38,0 Grad immer als Grund für eine unverzügliche Vorstellung, auch wenn das Kind sonst unauffällig wirkt, auch nachts und am Wochenende. Der Grund ist, dass die Abwehr in diesem Alter anders arbeitet und ernsthafte Infektionen wenig eindeutige Zeichen machen. Außerhalb der Sprechzeiten erreichen Sie den Bereitschaftsdienst unter 116 117; bei schlechtem Zustand 112.
Muss ich Fieber immer senken?
Nein. Fiebersenkende Mittel sind dafür da, dass es dem Kind besser geht — nicht, um eine Zahl zu normalisieren. Ein Kind, das trotz 39 Grad trinkt und schläft, braucht nicht zwingend eines. Wichtiger ist das Trinken: Bei Fieber verliert der Körper mehr Flüssigkeit, und kleine Mengen häufig sind besser als große auf einmal. Welches Mittel in welcher Menge infrage kommt, richtet sich nach Alter und Gewicht und gehört in die Praxis oder Apotheke.
Was mache ich bei einem Fieberkrampf?
Das Kind vor Verletzungen schützen, nichts in den Mund stecken, nicht festhalten, auf die Uhr sehen. Beim ersten Mal, bei einer Dauer über fünf Minuten oder wenn das Kind danach nicht zu sich kommt, wählen Sie 112. Auch ein kurzer erster Fieberkrampf gehört noch am selben Tag ärztlich angesehen. Für Eltern ist das sehr beängstigend — in den allermeisten Fällen ist ein Fieberkrampf ungefährlich und hinterlässt keine Schäden.
Werden meine Angaben zum Kind gespeichert?
Nein. Die Einordnung läuft mit JavaScript in Ihrem Browser; Alter, Temperatur und die übrigen Angaben werden nicht übertragen und nicht gespeichert.
Definition des Fiebers, die Sonderstellung von Säuglingen unter drei Monaten sowie die Warnzeichen entsprechen den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) und den Patienteninformationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Der Hinweis, Fiebersenker am Befinden und nicht am Messwert auszurichten, sowie die Zurückhaltung bei Acetylsalicylsäure im Kindesalter folgen denselben Quellen. Angaben zum Fieberkrampf nach den Leitlinien der Gesellschaft für Neuropädiatrie.
Was dieser Rechner nicht leistet: er stellt keine Diagnose und nennt keine Dosierungen. Bei Unsicherheit gilt: lieber einmal zu viel anrufen als einmal zu wenig — außerhalb der Sprechzeiten unter 116 117.
Zuletzt geprüft 7. September 2026 · Nächste Prüfung März 2027 · Veröffentlicht 7. September 2026
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