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Magen-Darm bei Kindern

Cola und Salzstangen sind nicht nur wirkungslos, sondern ungünstig. Und Tee und Zwieback gelten ebenfalls als überholt.

Aktualisiert 7. September 2026 · Referenzwerte von 2026

Der bekannteste Hausrat ist der falsche Cola und Salzstangen zu viel Zucker, falsche Salze — der Durchfall wird eher stärker Elektrolytlösung aus der Apotheke, genau auf diesen Zweck abgestimmt Bei Kindern zählt fast nur eines: dass genug Flüssigkeit drinbleibt.
Zu viel Zucker zieht Wasser in den Darm, Salzstangen liefern die falschen Salze. Die Lösung aus der Apotheke ist auf genau diesen Zweck abgestimmt.

Zuerst: trifft eines davon zu?

Bei einem dieser Punkte gehört Ihr Kind zeitnah untersucht.

Lage einordnen

Bei Magen-Darm-Infekten geht es fast nur um eine Frage: Bleibt genug Flüssigkeit drin?

in Monaten

Es geht um Flüssigkeit, nicht um den Erreger

Die allermeisten Magen-Darm-Infekte bei Kindern werden von Viren ausgelöst und gehen von selbst vorbei — meist innerhalb weniger Tage. Welcher Erreger es genau ist, ändert am Vorgehen in der Regel nichts.

Worauf es ankommt, ist eine einzige Frage: Bleibt genug Flüssigkeit drin? Kleine Kinder trocknen deutlich schneller aus als Erwachsene, weil sie im Verhältnis mehr Flüssigkeit umsetzen und weniger Reserve haben. Praktisch alles, was bei einem Magen-Darm-Infekt gefährlich wird, hat damit zu tun.

Cola und Salzstangen sind der falsche Weg

Dieser Rat wird seit Generationen weitergegeben — und er ist nicht nur wirkungslos, sondern ungünstig. Cola enthält viel zu viel Zucker, was Wasser zusätzlich in den Darm zieht und den Durchfall verstärken kann. Salzstangen liefern die falschen Salze in der falschen Zusammensetzung — vor allem fehlt Kalium.

Geeignet ist eine Elektrolytlösung aus der Apotheke. Sie ist genau auf diesen Zweck abgestimmt: Zucker und Salze in einem Verhältnis, das die Aufnahme im Darm unterstützt statt sie zu stören. Ein Pulver zum Anrühren kostet wenig und gehört in jede Hausapotheke, in der Kinder leben — dann steht es da, wenn es nachts um zwei gebraucht wird.

Wie getrunken wird

Bei Übelkeit ist die Menge auf einmal das Problem, nicht die Menge insgesamt. Kleine Mengen, häufig — teelöffelweise oder mit einer Spritze ohne Nadel, alle paar Minuten. Ein großes Glas kommt bei einem gereizten Magen sofort wieder heraus, ein Teelöffel bleibt drin.

Gestillte Kinder werden weiter gestillt, häufiger und kürzer. Das ist kein Widerspruch zur Elektrolytlösung, sondern das Wichtigste überhaupt.

Und wieder essen — früher als früher gedacht

Auch hier hat sich die Empfehlung geändert. Die alte Regel, das Kind erst eine Zeit lang „auf Tee und Zwieback“ zu setzen, gilt als überholt: Normale Kost wird wieder angeboten, sobald das Kind mag — meist nach wenigen Stunden.

Frühes Essen verkürzt den Durchfall eher, als es ihn verlängert. Fettiges und stark Gezuckertes ist am Anfang ungünstig, alles andere ist erlaubt. Ein Kind, das nach etwas verlangt, darf es bekommen.

Mittel, die den Durchfall stoppen, sind bei Kindern nicht geeignet. Der Durchfall ist die Art, wie der Körper den Erreger loswird — ihn zu bremsen, verlängert die Sache und kann schaden.

Kita und Schule

Bei ansteckendem Durchfall dürfen Kinder Gemeinschaftseinrichtungen vorübergehend nicht besuchen — das ist im Infektionsschutzgesetz geregelt und gilt besonders für Kinder unter sechs Jahren. Üblich ist eine Rückkehr, wenn das Kind 48 Stunden beschwerdefrei ist; manche Einrichtungen verlangen zusätzlich eine Bescheinigung.

Zur Vorbeugung: Händewaschen ist wirksamer, als die meisten annehmen — Handdesinfektionsmittel wirken gegen die häufigsten Erreger dagegen schlechter. Und für Säuglinge gibt es die Schluckimpfung gegen Rotaviren, die in einem engen Zeitfenster im ersten Lebenshalbjahr gegeben wird.

Häufige Fragen

Helfen Cola und Salzstangen bei Durchfall?

Nein — dieser Rat ist überholt und sogar ungünstig. Cola enthält viel zu viel Zucker, was Wasser zusätzlich in den Darm zieht und den Durchfall verstärken kann. Salzstangen liefern die falschen Salze in der falschen Zusammensetzung; vor allem fehlt Kalium. Geeignet ist eine Elektrolytlösung aus der Apotheke — ein Pulver zum Anrühren, das in jede Hausapotheke gehört, in der Kinder leben.

Woran erkenne ich, dass mein Kind austrocknet?

Der zuverlässigste Hinweis ist die Urinmenge: deutlich weniger nasse Windeln oder acht bis zwölf Stunden gar kein Urin. Dazu kommen ein trockener Mund, fehlende Tränen beim Weinen, eingesunkene Augen, bei Säuglingen eine eingesunkene Fontanelle — und vor allem ein auffällig schlappes, teilnahmsloses Kind. Das gehört zeitnah untersucht.

Soll mein Kind erst wieder Tee und Zwieback bekommen?

Nein, diese Empfehlung gilt als überholt. Normale Kost wird wieder angeboten, sobald das Kind mag — meist nach wenigen Stunden. Frühes Essen verkürzt den Durchfall eher, als es ihn verlängert. Fettiges und stark Gezuckertes ist am Anfang ungünstig, alles andere ist erlaubt. Gestillte Kinder werden durchgehend weiter gestillt, häufiger und kürzer.

Wann darf mein Kind wieder in die Kita?

Bei ansteckendem Durchfall dürfen Kinder Gemeinschaftseinrichtungen vorübergehend nicht besuchen; das ist im Infektionsschutzgesetz geregelt und gilt besonders unter sechs Jahren. Üblich ist die Rückkehr, wenn das Kind 48 Stunden beschwerdefrei ist. Manche Einrichtungen verlangen zusätzlich eine Bescheinigung — fragen Sie dort nach, die Handhabung ist nicht überall gleich.

Wird erfasst, dass ich nachts nach Durchfall beim Kind gesucht habe?

Nein. Die Einordnung läuft vollständig mit JavaScript in Ihrem Browser — Alter und die übrigen Angaben verlassen Ihr Gerät nicht, werden nicht gespeichert und sind nach dem Schließen des Tabs verschwunden. Es gibt weder ein Formular noch eine Anmeldung.

Grundlagen und Quellen
Vorgehen bei akuter Gastroenteritis im Kindesalter, die Empfehlung oraler Rehydratationslösung und die Ablehnung von Cola und Salzstangen sowie der frühe Kostaufbau entsprechen den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung und den Patienteninformationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Die Zeichen der Austrocknung und die Zurückhaltung gegenüber durchfallhemmenden Mitteln folgen denselben Quellen. Die Regelungen zum Besuch von Gemeinschaftseinrichtungen ergeben sich aus dem Infektionsschutzgesetz.

Was dieser Rechner nicht leistet: er stellt keine Diagnose und nennt keine Mittel oder Mengen. Bei einem Kind, das nichts mehr bei sich behält oder auffällig schlapp ist, gehört die Einschätzung in ärztliche Hände.

Zuletzt geprüft 7. September 2026 · Nächste Prüfung März 2027 · Veröffentlicht 7. September 2026

Die Rechner auf dieser Seite sind allgemeine Information und ersetzen keine kinderärztliche Untersuchung. Maßgeblich sind die Eintragungen im gelben Heft und die Einschätzung Ihrer Praxis. Einzelheiten im medizinischen Haftungsausschluss.