Zahndurchbruch
Hohes Fieber und Durchfall gehören nicht zum Zahnen. Diese Zuschreibung ist verbreitet — und sie lässt echte Erkrankungen übersehen.
Aktualisiert 7. September 2026 · Referenzwerte von 2026
Zeitnah in die Praxis oder Notaufnahme: Säuglinge unter drei Monaten mit Fieber, ein Kind, das nicht mehr trinkt, deutlich weniger nasse Windeln, anhaltendes Erbrechen, ein ungewöhnlich schlaffes oder schwer weckbares Kind. Außerhalb der Sprechzeiten erreichen Sie den Bereitschaftsdienst unter 116 117.
Was steht als Nächstes an?
Die Reihenfolge ist bei fast allen Kindern gleich — der Zeitpunkt schwankt erheblich.
in Monaten
freiwillig
Einordnung
—
—Reihenfolge stabil, Zeitpunkt sehr variabel
Fast alle Kinder bekommen ihre Zähne in derselben Reihenfolge — wann sie kommen, schwankt dagegen erheblich. Der erste Zahn erscheint bei den meisten zwischen dem sechsten und zehnten Lebensmonat, aber auch mit drei Monaten oder erst mit über einem Jahr ist er noch im normalen Bereich.
Einzelne Kinder kommen sogar mit einem Zahn zur Welt. Insgesamt sind es zwanzig Milchzähne, meist vollständig um den dritten Geburtstag.
Erst wenn bis etwa 18 Monaten gar kein Zahn da ist, lohnt sich eine Abklärung. Bis dahin ist Geduld die richtige Antwort — auch wenn andere Kinder im gleichen Alter schon deutlich weiter sind.
Was Zahnen macht — und was nicht
Zum Zahnen gehören vermehrter Speichelfluss, das Bedürfnis zu kauen, gerötete Wangen, schlechterer Schlaf und Quengeligkeit. Manche Kinder haben leicht erhöhte Temperatur.
Was nicht dazugehört: hohes Fieber, Durchfall, Erbrechen, ein deutlich krankes Kind. Diese Zuschreibung ist verbreitet und heikel — weil dabei echte Erkrankungen als „nur Zähne“ abgetan werden. Zahnen fällt zeitlich mit dem Alter zusammen, in dem Säuglinge ihre ersten Infekte durchmachen, und das erklärt den Zusammenhang. Wenn Ihr Kind richtig krank wirkt, ist es krank — unabhängig davon, ob gerade ein Zahn kommt.
Was hilft
- Kühlen und kauen: gekühlte Beißringe, ein sauberer feuchter Waschlappen, bei größeren Kindern etwas Hartes zum Draufbeißen unter Aufsicht.
- Bernsteinketten sind wirkungslos — und sie sind ein Risiko: Sie können sich verfangen oder in Einzelteile zerfallen, die verschluckt werden. Von ihnen wird ausdrücklich abgeraten, ebenso von allen anderen Ketten am Hals eines Säuglings.
- Zum Einreiben angebotene Gele mit betäubender Wirkung sind bei Säuglingen nicht unproblematisch. Was infrage kommt, sagt Ihnen die Praxis oder Apotheke — diese Seite nennt keine Mittel.
Putzen ab dem ersten Zahn
Geputzt wird, sobald der erste Zahn sichtbar ist — zweimal täglich, mit einer weichen Bürste und einer sehr kleinen Menge Zahnpasta, anfangs etwa reiskorngroß.
Zur Fluoridversorgung gibt es zwei Wege: fluoridhaltige Zahnpasta oder Fluoridtabletten. Entscheidend ist, dass sie nicht gleichzeitig verwendet werden — welcher Weg für Ihr Kind gilt, legen Kinderarztpraxis und Zahnarztpraxis gemeinsam fest. Fragen Sie ausdrücklich nach, wenn Ihnen von beiden Seiten etwas gesagt wurde: Diese Abstimmung geht im Alltag oft unter.
Kinder können bis ins Grundschulalter nicht selbst gründlich putzen. Sie dürfen es üben — nachgeputzt wird von den Erwachsenen, und zwar länger, als die meisten erwarten.
Der Zahnarzt kommt früher, als viele denken
Zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen sind bereits ab dem sechsten Lebensmonat Kassenleistung, also ungefähr ab dem ersten Zahn. Viele Eltern gehen erst mit drei oder vier Jahren — und verpassen damit die Termine, bei denen es um Vorbeugung geht statt um Reparatur.
Frühe Termine haben außerdem den Vorteil, dass das Kind die Praxis kennenlernt, solange nichts wehtut.
Häufige Fragen
Mein Kind ist ein Jahr alt und hat noch keinen Zahn. Ist das normal?
In aller Regel ja. Der Zeitpunkt schwankt stark: Der erste Zahn erscheint bei den meisten zwischen dem sechsten und zehnten Lebensmonat, aber auch deutlich später ist er noch im normalen Bereich. Erst wenn bis etwa 18 Monaten gar kein Zahn da ist, lohnt sich eine Abklärung. Die Reihenfolge ist dabei bei fast allen Kindern gleich — nur der Zeitplan unterscheidet sich.
Verursacht Zahnen Fieber und Durchfall?
Nein, und diese Zuschreibung ist heikel. Zum Zahnen gehören vermehrter Speichelfluss, Kaubedürfnis, gerötete Wangen und Quengeligkeit, bei manchen leicht erhöhte Temperatur. Hohes Fieber, Durchfall, Erbrechen und ein deutlich krankes Kind gehören nicht dazu. Der Zusammenhang entsteht, weil Zahnen zeitlich mit den ersten Infekten zusammenfällt — und genau deshalb werden echte Erkrankungen manchmal als „nur Zähne“ abgetan.
Helfen Bernsteinketten beim Zahnen?
Nein. Eine Wirkung ist nicht belegt, und sie sind ein Risiko: Sie können sich verfangen oder in Einzelteile zerfallen, die verschluckt werden. Von Bernsteinketten wird ausdrücklich abgeraten, ebenso von allen anderen Ketten am Hals eines Säuglings. Was hilft, ist Kühlen und Kauen — gekühlte Beißringe oder ein sauberer feuchter Waschlappen.
Zahnpasta mit Fluorid oder Fluoridtabletten?
Beides ist möglich, aber nicht gleichzeitig — das ist der entscheidende Punkt. Welcher Weg für Ihr Kind gilt, legen Kinderarztpraxis und Zahnarztpraxis gemeinsam fest. Fragen Sie ausdrücklich nach, wenn Ihnen von beiden Seiten etwas gesagt wurde: Diese Abstimmung geht im Alltag oft unter, und dann wird versehentlich doppelt gegeben.
Werden die Angaben zu meinem Kind gespeichert?
Nein. Die Einordnung läuft mit JavaScript in Ihrem Browser; Alter und die übrigen Angaben werden nicht übertragen und nicht gespeichert.
Reihenfolge und Zeitspannen des Milchzahndurchbruchs sowie die Empfehlungen zur Zahnpflege ab dem ersten Zahn entsprechen den gemeinsamen Empfehlungen der zahnmedizinischen und kinderärztlichen Fachgesellschaften. Der Grundsatz, Fluoridzahnpasta und Fluoridtabletten nicht gleichzeitig einzusetzen, folgt denselben Empfehlungen. Die zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchungen ab dem sechsten Lebensmonat sind in den Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses geregelt. Die Warnung vor Bernsteinketten entspricht den Hinweisen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR).
Was dieser Rechner nicht leistet: er nennt keine Mittel gegen Zahnungsbeschwerden und ersetzt keine zahnärztliche Untersuchung.
Zuletzt geprüft 7. September 2026 · Nächste Prüfung März 2027 · Veröffentlicht 7. September 2026
Die Rechner auf dieser Seite sind allgemeine Information und ersetzen keine kinderärztliche Untersuchung. Maßgeblich sind die Eintragungen im gelben Heft und die Einschätzung Ihrer Praxis. Einzelheiten im medizinischen Haftungsausschluss.