Körperfettanteil schätzen
Eine Schätzung aus BMI, Alter und Geschlecht — mit einer Fehlerspanne, die größer ist, als die meisten Rechner zugeben.
Aktualisiert 7. September 2026 · Referenzwerte von 2026
Körperfettanteil schätzen
Vier Angaben. Alle vier gehen in die Formel ein — keine davon misst Fett direkt.
in Zentimetern, ohne Schuhe
in Kilogramm
in Jahren — die Formel gilt für Erwachsene
Geht als fester Faktor in die Formel ein
Ihr Ergebnis
—
—Die Formel
KFA % = 1,20 × BMI + 0,23 × Alter − 10,8 × G − 5,4
G ist 1 bei Männern und 0 bei Frauen. Beispiel: BMI 23,5, 42 Jahre, weiblich → 1,20 × 23,5 + 0,23 × 42 − 0 − 5,4 = 32,5 %.
Die Gleichung stammt von Deurenberg und Kollegen (1991). Sie wurde entwickelt, indem man bei einer größeren Gruppe von Menschen den Körperfettanteil aufwendig bestimmte und anschließend eine Formel suchte, die diesen Wert aus einfach verfügbaren Angaben möglichst gut vorhersagt.
Das ist die entscheidende Einschränkung: in die Rechnung geht kein einziger Messwert ein, der Fett direkt erfasst. Größe und Gewicht ergeben den BMI, dazu kommen Alter und Geschlecht als Korrekturen. Was herauskommt, ist eine statistische Vorhersage für jemanden mit diesen vier Merkmalen — nicht eine Messung an Ihrem Körper.
Fehlerspanne
Die Abweichung gegenüber aufwendigen Verfahren liegt typischerweise bei ±4 bis 5 Prozentpunkten. Wer 25 % geschätzt bekommt, liegt also realistisch irgendwo zwischen 20 und 30 %. Das ist keine Kleinigkeit: die Spanne ist breiter als der Abstand zwischen den meisten Referenzkategorien.
Systematisch danebenliegen kann die Formel besonders bei:
- Menschen mit viel Muskelmasse. Der hohe BMI wird als Fett gedeutet, das Ergebnis fällt zu hoch aus.
- Menschen mit wenig Muskelmasse bei normalem Gewicht. Hier unterschätzt die Formel eher.
- Sehr großen und sehr kleinen Menschen, weil der BMI dort selbst verzerrt.
Wer einen belastbareren Wert möchte, misst mit dem Caliper — dort geht wenigstens eine Messung am Körper in die Rechnung ein.
Referenzbereiche
Anders als beim BMI gibt es für den Körperfettanteil keine international einheitlich festgelegten Grenzwerte. Verbreitet sind alters- und geschlechtsabhängige Bereiche in dieser Größenordnung:
| Alter | Frauen | Männer |
|---|---|---|
| 20 – 39 Jahre | 21 – 32 % | 8 – 19 % |
| 40 – 59 Jahre | 23 – 33 % | 11 – 21 % |
| 60 – 79 Jahre | 24 – 35 % | 13 – 24 % |
Der Anstieg mit dem Alter ist kein Zugeständnis, sondern beschreibt eine tatsächliche Veränderung der Körperzusammensetzung: Muskelmasse nimmt ab, der Fettanteil steigt entsprechend, auch bei gleichbleibendem Gewicht.
Nach unten gibt es ebenfalls eine Grenze. Ein gewisser Anteil an Fett ist für Hormone, Nervengewebe und Organe notwendig — bei Frauen liegt dieser essenzielle Anteil höher als bei Männern. Sehr niedrige Werte sind kein Zeichen von Gesundheit.
Häufige Fragen
Warum weicht das Ergebnis von meiner Körperanalysewaage ab?
Weil beide raten, nur auf verschiedene Weise. Die Formel hier schätzt aus BMI, Alter und Geschlecht. Die Waage schickt einen schwachen Strom durch den Körper und schließt aus dem Widerstand auf den Wasseranteil — und daraus auf Fett. Beides sind Umwege. Der Waagenwert schwankt zusätzlich mit dem Trinkverhalten, der Tageszeit und sogar mit feuchten Füßen. Abweichungen von fünf Prozentpunkten oder mehr zwischen beiden sind normal.
Ich trainiere viel und bekomme einen hohen Wert. Ist der falsch?
Sehr wahrscheinlich zu hoch. Die Formel rechnet mit dem BMI, und der unterscheidet Muskeln und Fett nicht. Viel Muskelmasse erhöht den BMI, die Formel deutet das als Fett. Bei ausgeprägtem Krafttraining ist diese Gleichung nicht das richtige Werkzeug — der Caliper liefert dann einen brauchbareren Wert, weil er tatsächlich am Körper misst.
Gilt die Formel auch für Kinder und Jugendliche?
Nein. Sie wurde an Erwachsenen entwickelt. Bei Kindern und Jugendlichen verändert sich die Körperzusammensetzung mit dem Wachstum, und die Beurteilung erfolgt in Deutschland über alters- und geschlechtsspezifische Perzentilenkurven in der Kinderarztpraxis. Der Rechner nimmt deshalb erst Angaben ab 18 Jahren an.
Warum steigt der Referenzbereich mit dem Alter?
Weil sich die Körperzusammensetzung tatsächlich verändert: ab etwa dem 30. Lebensjahr nimmt Muskelmasse langsam ab, der Fettanteil steigt entsprechend — auch bei gleichbleibendem Gewicht. Die altersgestaffelten Bereiche bilden das ab, statt für alle denselben Wert anzusetzen. Sie sind eine Beschreibung dessen, was üblich ist, keine Empfehlung, dass es so kommen muss.
Was passiert mit meinen Angaben?
Nichts verlässt Ihr Gerät. Die Rechnung läuft mit JavaScript im Browser; Größe, Gewicht, Alter und Geschlecht werden nicht gesendet und nicht gespeichert. Nach dem Schließen des Tabs ist die Eingabe verschwunden. Die Seite hat weder Anmeldung noch ein Formular, das abgeschickt wird.
Schätzgleichung nach Deurenberg, Weststrate und Seidell (1991), entwickelt an einer europäischen Erwachsenenstichprobe. Die angegebenen Referenzbereiche folgen den in der Fachliteratur verbreiteten alters- und geschlechtsabhängigen Spannen; für den Körperfettanteil existiert — anders als für den BMI — keine international einheitlich festgelegte Klassifikation. Hinweise zur Veränderung der Körperzusammensetzung mit dem Alter nach den Referenzwerten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).
Was dieser Rechner nicht leistet: er misst kein Fett. Er sagt voraus, welcher Körperfettanteil bei Menschen mit diesem BMI, diesem Alter und diesem Geschlecht im Durchschnitt gemessen wurde. Die Abweichung im Einzelfall beträgt typischerweise ±4 bis 5 Prozentpunkte.
Zuletzt geprüft 7. September 2026 · Nächste Prüfung März 2027 · Veröffentlicht 7. September 2026
Dieser Rechner ist allgemeine Information und ersetzt kein ärztliches Gespräch. Er stellt keine Diagnose. Bei Beschwerden, die neu sind, sich verschlechtern oder Sie beunruhigen, wenden Sie sich an Ihre Hausarztpraxis — unabhängig von dem, was hier steht. Einzelheiten im medizinischen Haftungsausschluss.