Raumtemperatur
Das Thermostatventil ist kein Gaspedal. Jede Zahl steht für eine Zieltemperatur — nicht für Geschwindigkeit.
Aktualisiert 7. September 2026 · Referenzwerte von 2026
Raum einstellen
Jedes Grad weniger spart spürbar — bis zu einer Grenze, unter der es teuer wird.
in Grad Celsius
in Prozent, optional
Empfehlung
—
—Die Zahl am Thermostat ist eine Zieltemperatur
Das ist der verbreitetste Irrtum beim Heizen: Viele drehen in einen kalten Raum kommend auf 5, damit es schneller warm wird.
Das funktioniert nicht. Das Ventil ist kein Gaspedal. Jede Stufe steht für eine Zieltemperatur — grob: 2 für 16 Grad, 3 für 20, 4 für 24, 5 für 28. Der Heizkörper wird bis zum Erreichen dieser Temperatur voll durchströmt, ganz gleich, welche Stufe eingestellt ist. Auf 5 zu drehen heizt nicht schneller, sondern nur weiter, als Sie wollen — und meist wird es dann vergessen.
Wer schnell Wärme möchte, stellt die gewünschte Stufe ein und schließt die Tür.
Welche Temperatur wohin
| Raum | Empfohlen |
|---|---|
| Wohn- und Arbeitszimmer | etwa 20 bis 22 Grad |
| Küche | etwa 18 bis 20 Grad |
| Schlafzimmer | etwa 16 bis 18 Grad |
| Badezimmer | etwa 22 bis 24 Grad |
| Flur und Nebenräume | etwa 16 bis 18 Grad |
Als Faustregel gilt: Jedes Grad weniger senkt den Heizenergiebedarf um grob sechs Prozent. Zwischen 23 und 20 Grad im Wohnzimmer liegt damit fast ein Fünftel.
Die Grenze nach unten
Sparen hat hier eine klare Untergrenze, und sie ist bauphysikalisch begründet: Unter etwa 16 Grad wird es in normal genutzten Räumen riskant. Kalte Wände nehmen Feuchtigkeit aus der Raumluft auf — und genau daraus entsteht Schimmel.
Ein ungeheiztes Schlafzimmer, dessen Tür tagsüber zum warmen Wohnzimmer offen steht, ist der Klassiker: Warme, feuchte Luft zieht hinein, kühlt an den kalten Außenwänden ab und gibt ihr Wasser dort ab. Mehr dazu unter Luftfeuchtigkeit und Schimmel.
Deshalb: Türen zwischen unterschiedlich beheizten Räumen geschlossen halten und kühle Räume lieber eigenständig auf 16 bis 18 Grad temperieren, als sie mit warmer Luft aus dem Nachbarraum zu versorgen.
Nachtabsenkung
Eine moderate Absenkung nachts und bei längerer Abwesenheit spart Energie und ist sinnvoll. Ganz abschalten ist dagegen selten eine gute Idee: Das Wiederaufheizen ausgekühlter Wände kostet mehr, als die Absenkung eingespart hat — und in schlecht gedämmten Wohnungen fällt die Wandtemperatur dabei in den kritischen Bereich.
Wer es wärmer braucht
- Ältere Menschen frieren früher und bewegen sich oft weniger. Kälte belastet zudem den Kreislauf und lässt den Blutdruck steigen. Hier sind eher wärmere Räume angebracht — Sparen an dieser Stelle ist das falsche Ende.
- Säuglinge können ihre Temperatur schlechter regulieren. Zum Schlafen gilt allerdings ein kühleres Zimmer als angemessen; entscheidend ist, dass das Kind nicht überwärmt wird. Prüfen lässt sich das im Nacken, nicht an Händen oder Füßen — die sind fast immer kühl.
Was praktisch am meisten bringt
- Heizkörper frei halten. Vorhänge und Möbel davor stauen die Wärme; das Thermostat misst dann falsch und regelt zu früh ab.
- Nachts die Rollläden schließen und Vorhänge zuziehen — Fenster sind die kälteste Fläche im Raum.
- Ein Thermometer aufstellen. Fast alle schätzen die Raumtemperatur falsch ein, meist um mehrere Grad. Ein Gerät für wenig Geld ersetzt hier jede Diskussion.
- Entlüften, wenn der Heizkörper gluckert oder oben kalt bleibt.
Häufige Fragen
Wird es schneller warm, wenn ich auf 5 drehe?
Nein. Das Ventil ist kein Gaspedal — jede Stufe steht für eine Zieltemperatur, grob 2 für 16 Grad, 3 für 20, 4 für 24 und 5 für 28. Der Heizkörper wird bis zum Erreichen dieser Temperatur voll durchströmt, unabhängig von der Stufe. Auf 5 zu drehen heizt nicht schneller, sondern nur weiter, als Sie wollen — und wird dann meist vergessen.
Welche Temperatur ist wo richtig?
Etwa 20 bis 22 Grad in Wohn- und Arbeitszimmern, 18 bis 20 in der Küche, 16 bis 18 im Schlafzimmer, 22 bis 24 im Bad und 16 bis 18 in Fluren und Nebenräumen. Als Faustregel senkt jedes Grad weniger den Heizenergiebedarf um grob sechs Prozent.
Wie kalt darf ein Raum werden?
Unter etwa 16 Grad wird es in normal genutzten Räumen riskant: Kalte Wände nehmen Feuchtigkeit aus der Raumluft auf, und genau daraus entsteht Schimmel. Der Klassiker ist ein ungeheiztes Schlafzimmer, dessen Tür zum warmen Wohnzimmer offen steht — warme, feuchte Luft zieht hinein und gibt ihr Wasser an den kalten Außenwänden ab.
Soll ich die Heizung nachts ganz ausschalten?
Besser nicht. Eine moderate Absenkung nachts und bei längerer Abwesenheit ist sinnvoll und spart Energie. Ganz abzuschalten kostet dagegen meist mehr, als es einspart, weil das Wiederaufheizen ausgekühlter Wände aufwendig ist — und in schlecht gedämmten Wohnungen fällt die Wandtemperatur dabei in den kritischen Bereich.
Werden meine Angaben zur Heizung gespeichert?
Nein. Die Berechnung läuft vollständig mit JavaScript in Ihrem Browser; Ihre Angaben verlassen Ihr Gerät nicht und werden nicht gespeichert.
Die empfohlenen Raumtemperaturen, die Faustregel von etwa sechs Prozent Heizenergie je Grad sowie die Zuordnung der Thermostatstufen zu Zieltemperaturen entsprechen den Informationen des Umweltbundesamtes und der Verbraucherzentralen. Die Untergrenze von etwa 16 Grad in normal genutzten Räumen und der Zusammenhang zwischen ausgekühlten Bauteiloberflächen und Schimmelbildung folgen dem Schimmelleitfaden des Umweltbundesamtes. Mindesttemperaturen an Arbeitsplätzen ergeben sich aus der Arbeitsstättenverordnung und den zugehörigen Technischen Regeln.
Was dieser Rechner nicht leistet: er berechnet keine Heizkosten und beurteilt keine Anlage. Die Zuordnung von Thermostatstufen zu Temperaturen ist herstellerabhängig und hier als Näherung angegeben.
Zuletzt geprüft 7. September 2026 · Nächste Prüfung März 2027 · Veröffentlicht 7. September 2026
Die Rechner auf dieser Seite sind allgemeine Information und ersetzen keine fachliche Beratung. Bei baulichen Fragen entscheidet die Beurteilung vor Ort. Einzelheiten im Haftungsausschluss.