Luftfeuchtigkeit und Schimmel
Nicht die Raumluft schimmelt, sondern die kälteste Oberfläche. Deshalb sagt ein Hygrometer allein wenig.
Aktualisiert 7. September 2026 · Referenzwerte von 2026
Taupunkt berechnen
Damit sehen Sie, ab welcher Oberflächentemperatur Wasser ausfällt.
in Grad Celsius
in Prozent, vom Hygrometer
optional — mit Infrarot-Thermometer messbar
Ergebnis
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—Nicht der Raum schimmelt, sondern die kälteste Stelle
Das ist der Punkt, an dem die meisten Erklärungen zu kurz greifen. Schimmel braucht kein nasses Zimmer — er braucht eine Oberfläche, an der die Feuchtigkeit dauerhaft hoch ist. Als Faustwert gilt: ab etwa achtzig Prozent Feuchte direkt an der Oberfläche wächst Schimmel, auch ohne sichtbares Wasser.
Und genau das kann passieren, während die Raumluft mit 55 Prozent völlig unauffällig aussieht: An einer kalten Außenecke, hinter einem Schrank oder an einer Fensterlaibung ist die Temperatur mehrere Grad niedriger. Dort steigt die relative Feuchte, weil kältere Luft weniger Wasser tragen kann — und erreicht den kritischen Bereich.
Deshalb reicht ein Hygrometer allein nicht aus, um zu beurteilen, ob eine Wohnung gefährdet ist. Es sagt etwas über die Luft, nichts über die Wand.
Der Taupunkt
Er ist die Temperatur, bei der die Luft ihr Wasser nicht mehr halten kann und es abgibt — als Beschlag oder als Nässe an der Wand.
Taupunkt = f(Raumtemperatur, relative Feuchte)
Ist eine Oberfläche kälter als der Taupunkt, fällt dort Wasser aus. Schimmelgefahr besteht bereits deutlich darüber.
Praktisch heißt das: Sinkt die kälteste Wandstelle unter den berechneten Wert, entsteht dort Kondenswasser. Wer den Verdacht hat, kann die Wandtemperatur mit einem einfachen Infrarot-Thermometer nachmessen — sie liegt oft niedriger, als man annimmt.
Die Zielwerte
- 40 bis 60 Prozent relative Luftfeuchtigkeit sind ein guter Bereich für Wohnräume.
- Unter 40 Prozent wird die Luft als trocken empfunden — gereizte Augen, trockene Schleimhäute. Das ist unangenehm, aber kein bauliches Problem.
- Über 60 Prozent dauerhaft: Hier lohnt es sich, die Ursache zu suchen — Lüftungsverhalten, Wäschetrocknen, Heizverhalten oder das Gebäude selbst.
Die typischen Stellen
- Außenecken, besonders in Zimmern, die kühler gehalten werden.
- Hinter Schränken an Außenwänden. Dort steht die Luft, und die Wand ist kälter. Ein Abstand von einigen Zentimetern und offene Rückwände beheben das oft.
- Fensterlaibungen — die Folge dauerhaft gekippter Fenster.
- Wärmebrücken wie Betonstürze oder Deckenanschlüsse, die sich baulich nicht wegtemperieren lassen.
- Kalte Schlafzimmer, die über die offene Tür mit warmer, feuchter Luft aus dem Wohnzimmer versorgt werden.
Wenn Schimmel schon da ist
Zwei Dinge gehören zusammen: entfernen und die Ursache finden. Wer nur wegwischt, hat die Stelle in wenigen Wochen wieder.
- Kleine Flächen — als grobe Grenze unter einer halben Quadratmeter — lassen sich meist selbst behandeln, mit Handschuhen, Maske und offenem Fenster.
- Größere Flächen, wiederkehrender Befall oder Schimmel im Bauteil gehören fachlich beurteilt. Dasselbe gilt, wenn im Haushalt Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder Atemwegserkrankungen leben.
- Eine Messung ist zum Handeln nicht nötig: Sichtbarer Schimmel in Innenräumen gehört entfernt, unabhängig von Art und Menge.
Häufige Fragen
Warum entsteht Schimmel, obwohl mein Hygrometer 55 Prozent zeigt?
Weil nicht die Raumluft schimmelt, sondern die kälteste Oberfläche. An einer Außenecke, hinter einem Schrank oder an einer Fensterlaibung ist es mehrere Grad kälter — dort steigt die relative Feuchte, weil kältere Luft weniger Wasser tragen kann. Ab etwa achtzig Prozent direkt an der Oberfläche wächst Schimmel, auch ohne sichtbares Wasser.
Was ist der Taupunkt?
Die Temperatur, bei der die Luft ihr Wasser nicht mehr halten kann und es abgibt — als Beschlag oder Nässe an der Wand. Ist eine Oberfläche kälter als der Taupunkt, fällt dort Wasser aus; Schimmelgefahr besteht bereits deutlich darüber. Die Wandtemperatur lässt sich mit einem einfachen Infrarot-Thermometer nachmessen und liegt oft niedriger, als man annimmt.
Welche Luftfeuchtigkeit ist richtig?
40 bis 60 Prozent sind ein guter Bereich für Wohnräume. Unter 40 Prozent wird die Luft als trocken empfunden — unangenehm, aber kein bauliches Problem. Dauerhaft über 60 Prozent lohnt es sich, die Ursache zu suchen: Lüftungsverhalten, Wäschetrocknen, Heizverhalten oder das Gebäude selbst.
Kann ich Schimmel selbst entfernen?
Kleine Flächen — als grobe Grenze unter einer halben Quadratmeter — lassen sich meist selbst behandeln, mit Handschuhen, Maske und offenem Fenster. Größere Flächen, wiederkehrender Befall oder Schimmel im Bauteil gehören fachlich beurteilt; dasselbe gilt, wenn im Haushalt Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder Atemwegserkrankungen leben. Wichtig ist immer, auch die Ursache zu finden — wer nur wegwischt, hat die Stelle in wenigen Wochen wieder.
Werden meine Messwerte gespeichert?
Nein. Die Berechnung läuft vollständig mit JavaScript in Ihrem Browser; Temperatur und Feuchtewerte verlassen Ihr Gerät nicht und werden nicht gespeichert.
Die Taupunktberechnung folgt der Magnus-Formel mit den gebräuchlichen Koeffizienten. Der Zielbereich von 40 bis 60 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen, der kritische Wert von etwa 80 Prozent Feuchte an der Bauteiloberfläche als Wachstumsbedingung für Schimmelpilze sowie die Empfehlung, sichtbaren Schimmel unabhängig von einer Messung zu entfernen, entsprechen dem Schimmelleitfaden des Umweltbundesamtes. Die genannte Größenordnung für eine Eigenbehandlung kleiner Flächen stammt aus derselben Quelle.
Was dieser Rechner nicht leistet: er beurteilt kein Gebäude und keinen Befall. Ob die Ursache im Nutzungsverhalten oder in der Bausubstanz liegt, lässt sich nur vor Ort feststellen.
Zuletzt geprüft 7. September 2026 · Nächste Prüfung März 2027 · Veröffentlicht 7. September 2026
Die Rechner auf dieser Seite sind allgemeine Information und ersetzen keine fachliche Beratung. Bei baulichen Fragen entscheidet die Beurteilung vor Ort. Einzelheiten im Haftungsausschluss.