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Schwimmtempo

Ein gut trainierter Läufer kann im Becken langsamer sein als jemand mit halber Ausdauer und guter Wasserlage.

Aktualisiert 7. September 2026 · Referenzwerte von 2026

Wo die Leistung im Wasser verloren geht Antrieb was man spürt Widerstand was entscheidet Deshalb wird man im Wasser durch bessere Lage schneller, nicht durch mehr Kraft.
Der Großteil der Energie geht in die Überwindung des Widerstands, nicht in den Vortrieb. Deshalb wirkt bessere Lage stärker als mehr Kraft.
Belastung sofort abbrechen bei Druck, Enge oder Schmerz in der Brust — auch wenn er in Arm, Hals oder Kiefer zieht. Ebenso bei Luftnot, die nicht zur Anstrengung passt, Schwindel, Schwarzwerden vor Augen oder plötzlich unregelmäßigem Herzschlag. Das gilt auch für trainierte Menschen und auch dann, wenn es nach kurzer Pause besser wird. Bei anhaltenden Beschwerden 112.

Pace und Schwelle

Mit zwei Zeiten lässt sich Ihre Schwellengeschwindigkeit im Wasser bestimmen.

in Metern

Minuten:Sekunden

Im Wasser gewinnt die Technik

Das ist der Unterschied zum Laufen und Radfahren, und er ist größer, als die meisten erwarten. Wasser ist rund achthundertmal dichter als Luft, und der Widerstand wächst überproportional mit der Geschwindigkeit.

Deshalb geht der Großteil der eingesetzten Energie nicht in den Vortrieb, sondern in die Überwindung des Widerstands. Wer im Wasser schneller werden will, gewinnt weit mehr durch eine bessere Wasserlage — flacher liegen, weniger Stirnfläche bieten — als durch mehr Kraft im Zug.

Praktisch heißt das: Ein gut trainierter Läufer kann im Becken deutlich langsamer sein als jemand mit halber Ausdauer und guter Technik. Das ist keine Frage der Fitness, und es lässt sich auch nicht wegtrainieren, indem man mehr Bahnen schwimmt.

Die Schwelle im Wasser

Statt einer Herzfrequenz — die im Wasser ohnehin niedriger liegt und schlecht zu messen ist — arbeitet man beim Schwimmen mit einer Schwellengeschwindigkeit. Sie lässt sich aus zwei maximal geschwommenen Zeiten bestimmen:

Schwellentempo = (400 m − 200 m) ÷ (Zeit₄₀₀ − Zeit₂₀₀)

Beide Strecken werden maximal geschwommen, mit ausreichender Pause dazwischen — sonst ist der Wert zu langsam.

Das Ergebnis ist grob das Tempo, das sich über längere Zeit halten lässt. Davon leiten sich die Trainingsbereiche ab: lockeres Schwimmen deutlich darunter, Schwellenintervalle knapp darum herum, kurze harte Abschnitte darüber.

Warum das Becken die Zeit verändert

Im 25-Meter-Becken ist man bei gleicher Leistung schneller als im 50-Meter-Becken: Es gibt doppelt so viele Wenden, und der Abstoß von der Wand ist schneller als das Schwimmen selbst. Der Unterschied liegt je nach Technik bei mehreren Sekunden pro 100 Meter.

Im Freiwasser kommt beides hinzu: keine Wenden, dafür Wellen, Strömung und der Aufwand für die Orientierung. Zeiten aus dem Becken lassen sich deshalb nicht direkt übertragen.

Die nützlichste Zahl beim Techniktraining

Nicht die Zeit allein, sondern Zeit plus Zugzahl für eine Bahn — häufig als eine Zahl zusammengefasst. Wer dieselbe Bahn in derselben Zeit mit weniger Zügen schafft, ist ökonomischer geworden. Das ist genau der Fortschritt, den man im Wasser sucht.

Umgekehrt gilt: Eine bessere Zeit mit deutlich mehr Zügen ist kein Fortschritt in der Technik, sondern härtere Arbeit bei gleicher Ökonomie.

Im Freiwasser gelten andere Regeln Schwimmen Sie nie allein in offenem Wasser, auch nicht als geübter Schwimmer. Kaltes Wasser kostet Kraft schneller, als es sich anfühlt, und ein Krampf oder ein Kreislaufproblem ist im Becken ein Ärgernis und im See eine ernste Lage. Eine Boje mit Auftrieb macht Sie sichtbar und gibt eine Pausenmöglichkeit — sie ist die sinnvollste Anschaffung überhaupt. Steigen Sie langsam ein, nicht springend.

Häufige Fragen

Warum bin ich beim Schwimmen so viel langsamer als beim Laufen fit?

Weil im Wasser die Technik dominiert. Wasser ist rund achthundertmal dichter als Luft, und der Widerstand wächst überproportional mit der Geschwindigkeit — der Großteil der Energie geht in dessen Überwindung, nicht in den Vortrieb. Ein gut trainierter Läufer kann deshalb im Becken langsamer sein als jemand mit halber Ausdauer und guter Wasserlage.

Wie bestimme ich meine Schwelle beim Schwimmen?

Über zwei maximal geschwommene Zeiten: Sie ziehen 200 von 400 Metern ab und teilen durch die Differenz der beiden Zeiten. Das ergibt grob das Tempo, das sich über längere Zeit halten lässt. Wichtig ist, beide Strecken wirklich maximal und mit ausreichender Pause dazwischen zu schwimmen — sonst fällt der Wert zu langsam aus.

Ist eine Zeit im 25-Meter-Becken mit einer im 50-Meter-Becken vergleichbar?

Nein. Im 25-Meter-Becken ist man bei gleicher Leistung schneller, weil es doppelt so viele Wenden gibt und der Abstoß von der Wand schneller ist als das Schwimmen. Der Unterschied liegt je nach Technik bei mehreren Sekunden pro 100 Meter. Im Freiwasser fehlen die Wenden ganz, dafür kommen Wellen, Strömung und die Orientierung dazu.

Woran erkenne ich Fortschritt in der Technik?

An Zeit und Zugzahl zusammen. Wer dieselbe Bahn in derselben Zeit mit weniger Zügen schafft, ist ökonomischer geworden — das ist genau der Fortschritt, den man im Wasser sucht. Eine bessere Zeit mit deutlich mehr Zügen ist dagegen kein Technikfortschritt, sondern härtere Arbeit bei gleicher Ökonomie.

Werden meine Schwimmzeiten gespeichert?

Nein. Die Berechnung läuft mit JavaScript in Ihrem Browser; Strecke und Zeiten werden nicht übertragen und nicht gespeichert.

Grundlagen und Quellen
Die Bestimmung der Schwellengeschwindigkeit aus zwei maximal geschwommenen Distanzen entspricht dem in der Schwimmtrainingslehre gebräuchlichen Verfahren. Die überproportionale Zunahme des Wasserwiderstands mit der Geschwindigkeit und der daraus folgende Vorrang der Wasserlage vor der Antriebskraft entsprechen der bewegungswissenschaftlichen Literatur. Der Zeitunterschied zwischen 25- und 50-Meter-Becken durch die Zahl der Wenden ist aus Wettkampfdaten bekannt. Die Sicherheitshinweise zum Freiwasser folgen den Empfehlungen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft.

Was dieser Rechner nicht leistet: er bewertet keine Technik. Die entscheidende Größe im Wasser lässt sich nicht aus einer Zeit ablesen — dafür braucht es ein geübtes Auge oder eine Videoaufnahme.

Zuletzt geprüft 7. September 2026 · Nächste Prüfung März 2027 · Veröffentlicht 7. September 2026

Die Rechner auf dieser Seite sind allgemeine Information und ersetzen keine sportmedizinische oder ärztliche Beratung. Wer nach längerer Pause, mit Vorerkrankungen oder über vierzig neu einsteigt, lässt sich vorher untersuchen. Einzelheiten im medizinischen Haftungsausschluss.