Nährstoffe in der Stillzeit
Zwei Ergänzungen sind in Deutschland Standard — und sie betreffen zwei verschiedene Personen. Das wird regelmäßig verwechselt.
Aktualisiert 7. September 2026 · Referenzwerte von 2026
Worauf es bei Ihnen ankommt
Der Bedarf hängt vor allem davon ab, wie viel Sie stillen — und von Ihrer Ernährungsform.
Für Ihre Situation
—
—Energie und Flüssigkeit
Beim ausschließlichen Stillen liegt der Mehrbedarf bei etwa 500 Kilokalorien am Tag — grob eine zusätzliche Mahlzeit, keine zweite Portion von allem. Beim Teilstillen entsprechend weniger.
Beim Trinken gilt die einfachste aller Regeln: nach Durst, und zu jedem Stillen ein Glas bereitstellen. Wer viel stillt, hat oft ausgeprägten Durst — das ist der Körper, der die Menge selbst regelt. Feste Trinkmengen sind nicht nötig, und mehr zu trinken erhöht die Milchmenge nicht.
Jod — der eine Nährstoff für die Mutter
Deutschland ist ein Gebiet mit natürlich niedrigem Jodgehalt, und der Bedarf ist in der Stillzeit erhöht: Jod geht in die Muttermilch über und wird für die Entwicklung des Kindes gebraucht. Deshalb wird stillenden Frauen in Deutschland eine Ergänzung empfohlen — zusätzlich zur Verwendung von jodiertem Speisesalz.
Bei einer Schilddrüsenerkrankung wird das vorher besprochen; das ist kein Grund, es wegzulassen, sondern einer, es anzusprechen.
Vitamin D — für das Kind, nicht über die Milch
Das wird oft missverstanden. Der Vitamin-D-Gehalt der Muttermilch ist niedrig, und daran ändert sich auch dann wenig, wenn die Mutter mehr einnimmt.
Deshalb erhalten in Deutschland alle Säuglinge eine Vitamin-D-Prophylaxe — gestillte wie nicht gestillte. Sie beginnt in den ersten Lebenstagen und wird in der Kinderarztpraxis verordnet, üblicherweise zusammen mit einer Fluoridgabe für die Zähne. Sie läuft über das erste Lebensjahr hinaus bis in den zweiten erlebten Frühsommer.
Diese Prophylaxe ersetzt nicht die Aufmerksamkeit für Ihre eigene Versorgung — sie betrifft schlicht eine andere Person.
Was bei pflanzlicher Ernährung dazukommt
Bei veganer Ernährung gilt in der Stillzeit dasselbe wie in der Schwangerschaft, nur mit mehr Nachdruck: Vitamin B12 muss ergänzt werden, und die Versorgung sollte ärztlich begleitet werden — ein B12-Mangel des gestillten Kindes kann bleibende Schäden verursachen und tritt auf, bevor die Mutter selbst Beschwerden hat.
Aufmerksamkeit brauchen außerdem Jod, Eisen, Calcium, Zink und die langkettigen Omega-3-Fettsäuren. Ausführlich steht das unter Nährstoffe ohne Fleisch.
Medikamente — der häufigste unnötige Abbruch
Viele Frauen setzen in der Stillzeit ein notwendiges Medikament ab oder hören mit dem Stillen auf, weil im Beipackzettel eine Warnung steht. Diese Warnungen sind oft rechtlich motiviert und sagen wenig darüber, ob ein Wirkstoff tatsächlich problematisch ist.
Für die meisten häufig gebrauchten Mittel gibt es gut untersuchte, mit dem Stillen vereinbare Möglichkeiten. In Deutschland gibt es dafür eine unabhängige, öffentlich zugängliche Auskunftsstelle für Arzneimittel in Schwangerschaft und Stillzeit, betrieben an einer Universitätsklinik — sie wird auch von Ärztinnen und Ärzten genutzt.
Wenn Sie ein Medikament brauchen: Fragen Sie nach einer stillverträglichen Alternative, bevor Sie abstillen oder die Behandlung weglassen. Beides ist meistens vermeidbar.
Häufige Fragen
Muss ich in der Stillzeit mehr trinken?
Nach Durst — und der ist beim Stillen oft ausgeprägt. Stellen Sie sich zu jedem Stillen ein Glas bereit, das genügt als Regel. Feste Trinkmengen sind nicht nötig, und mehr zu trinken erhöht die Milchmenge nicht. Der Körper regelt das selbst; das ausgeprägte Durstgefühl ist genau dieser Mechanismus.
Warum bekommt mein Kind Vitamin D, obwohl ich stille?
Weil der Vitamin-D-Gehalt der Muttermilch niedrig ist und sich auch dann kaum ändert, wenn die Mutter mehr einnimmt. Deshalb erhalten in Deutschland alle Säuglinge eine Vitamin-D-Prophylaxe — gestillte wie nicht gestillte. Sie wird in der Kinderarztpraxis verordnet, beginnt in den ersten Lebenstagen und läuft bis in den zweiten erlebten Frühsommer. Mit der Qualität Ihrer Milch hat das nichts zu tun.
Fördert Bier die Milchbildung?
Nein. Das ist einer der hartnäckigsten Irrtümer rund ums Stillen. Alkohol hemmt den Milchspendereflex eher, und eine als sicher geltende Menge gibt es nicht. Wenn getrunken wird, dann in kleiner Menge und mit Abstand zum Stillen. Was die Milchbildung tatsächlich anregt, ist häufiges Anlegen — die Nachfrage bestimmt die Menge.
Muss ich abstillen, wenn ich ein Medikament brauche?
In den allermeisten Fällen nicht. Warnungen im Beipackzettel sind oft rechtlich motiviert und sagen wenig darüber, ob ein Wirkstoff tatsächlich problematisch ist. Für die meisten häufig gebrauchten Mittel gibt es gut untersuchte, stillverträgliche Möglichkeiten. In Deutschland gibt es dafür eine unabhängige Auskunftsstelle für Arzneimittel in Schwangerschaft und Stillzeit, die auch von Ärztinnen und Ärzten genutzt wird. Fragen Sie nach einer Alternative, bevor Sie abstillen oder die Behandlung weglassen.
Sieht jemand, wie ich mein Kind ernähre?
Nein. Die Anzeige läuft vollständig mit JavaScript in Ihrem Browser — Ihre Auswahl verlässt Ihr Gerät nicht, wird nicht gespeichert und ist nach dem Schließen des Tabs verschwunden. Es gibt weder ein Formular noch eine Anmeldung.
Mehrbedarf an Energie sowie die Empfehlungen zu Jod und Vitamin B12 in der Stillzeit nach den D-A-CH-Referenzwerten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und den Empfehlungen des Netzwerks Gesund ins Leben. Die Vitamin-D- und Fluoridprophylaxe für Säuglinge folgt den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ). Hinweise zur Vereinbarkeit von Arzneimitteln mit dem Stillen stützen sich auf die unabhängige Auskunftsstelle für Arzneimittelsicherheit in Schwangerschaft und Stillzeit.
Was dieser Rechner nicht leistet: er nennt keine Dosierungen und beurteilt keine Medikamente. Welche Ergänzung in welcher Menge sinnvoll ist, entscheidet Ihre Praxis oder Hebamme.
Zuletzt geprüft 7. September 2026 · Nächste Prüfung März 2027 · Veröffentlicht 7. September 2026
Die Rechner auf dieser Seite sind allgemeine Information und ersetzen keine ärztliche oder hebammliche Betreuung. Maßgeblich sind die Eintragungen in Ihrem Mutterpass. Einzelheiten im medizinischen Haftungsausschluss.