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Sturzrisiko im Alter

Weniger rausgehen bedeutet weniger Kraft — und dadurch mehr Stürze. Schonung senkt das Risiko nicht, sie erhöht es.

Aktualisiert 7. September 2026 · Referenzwerte von 2026

Der Kreislauf, der sich selbst verstärkt Sturz oder Angst weniger Bewegung weniger Kraft und Gleichgewicht Schonung erhöht das Risiko — sie senkt es nicht
Dieser Kreislauf ist der eigentliche Mechanismus hinter den meisten Stürzen im Alter — und er lässt sich durchbrechen.
Stand der Angaben Was die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen, legt der Gemeinsame Bundesausschuss fest — und das ändert sich. Altersgrenzen und Abstände werden regelmäßig angepasst. Nehmen Sie die Angaben hier als Orientierung und lassen Sie sich den aktuellen Stand in Ihrer Praxis oder von Ihrer Krankenkasse bestätigen; beides kostet nichts.

Risiko einordnen

Der stärkste einzelne Hinweis ist ein Sturz im letzten Jahr.

in Jahren

Warum Schonung das Falsche ist

Nach einem Sturz — oder auch nur nach dem Schreck — tun viele Menschen das Naheliegende: Sie werden vorsichtiger, gehen weniger raus, lassen Wege aus. Das ist verständlich und macht die Sache schlimmer.

Weniger Bewegung bedeutet weniger Kraft und schlechteres Gleichgewicht. Beides erhöht das Sturzrisiko — und der nächste Sturz verstärkt die Angst. Dieser Kreislauf ist der eigentliche Mechanismus hinter den meisten Stürzen im Alter, und er lässt sich durchbrechen.

Der wirksamste Hebel ist deshalb nicht mehr Vorsicht, sondern mehr Kraft und Gleichgewicht.

Was das Risiko erhöht

Ein einfacher Test für zu Hause

Setzen Sie sich auf einen festen Stuhl und stehen Sie fünfmal hintereinander auf und setzen sich wieder, ohne die Hände zu benutzen und mit vor der Brust verschränkten Armen.

Ob das mühelos, mühsam oder gar nicht geht, sagt viel über die Kraft in Beinen und Rumpf — und diese Kraft ist es, die einen Beinahe-Sturz noch abfängt. Der Test ist vor allem als Verlaufswert nützlich: Wiederholen Sie ihn nach ein paar Monaten Training, der Unterschied ist meist deutlich spürbar.

Machen Sie ihn nicht allein, wenn Sie sich unsicher fühlen, und stellen Sie den Stuhl gegen eine Wand.

Was tatsächlich wirkt

Nach einem Sturz: auch ohne Verletzung ansprechen Viele erzählen von einem Sturz nichts, weil nichts passiert ist. Genau dieser Sturz ist aber die beste Gelegenheit, etwas zu ändern — bevor der nächste folgt. Und ein Sturz ohne erkennbaren Grund, mit kurzer Bewusstlosigkeit oder mit Schwindel davor, gehört zeitnah abgeklärt: Dahinter können Herzrhythmusstörungen oder ein Blutdruckproblem stecken, die behandelbar sind.

Häufige Fragen

Was ist der stärkste Hinweis auf ein Sturzrisiko?

Ein Sturz im letzten Jahr. Er sagt mehr aus als jeder andere einzelne Faktor, und zwei oder mehr Stürze verdienen in jedem Fall ein Gespräch. Daneben zählen Muskelschwäche und Gleichgewichtsprobleme, fünf oder mehr Medikamente täglich, Schwindel beim Aufstehen, Sehprobleme und Stolperfallen in der Wohnung.

Warum ist mehr Vorsicht das Falsche?

Weil weniger Bewegung weniger Kraft und schlechteres Gleichgewicht bedeutet — und beides das Sturzrisiko erhöht. Der nächste Sturz verstärkt dann die Angst. Dieser Kreislauf ist der eigentliche Mechanismus hinter den meisten Stürzen im Alter. Der wirksamste Hebel ist nicht mehr Vorsicht, sondern mehr Kraft und Gleichgewicht.

Gibt es einen einfachen Test für zu Hause?

Ja: fünfmal hintereinander von einem festen Stuhl aufstehen und wieder hinsetzen, ohne die Hände zu benutzen, mit vor der Brust verschränkten Armen. Ob das mühelos, mühsam oder gar nicht geht, sagt viel über die Kraft in Beinen und Rumpf. Er ist vor allem als Verlaufswert nützlich — nach ein paar Monaten Training ist der Unterschied meist deutlich spürbar. Machen Sie ihn nicht allein, wenn Sie sich unsicher fühlen.

Was hilft am meisten?

Kraft- und Gleichgewichtstraining — das ist die Maßnahme mit der besten Belegkraft, und sie wirkt in jedem Alter. Dazu ein strukturierter Blick auf die Medikamente in der hausärztlichen Praxis, geprüfte Augen, feste Schuhe mit rutschfester Sohle und eine angepasste Wohnung. Für Wohnungsanpassungen gibt es bei bestehendem Pflegegrad einen Zuschuss der Pflegekasse, der oft nicht genutzt wird.

Werden meine Angaben zum Sturzrisiko gespeichert?

Nein. Die Einordnung läuft vollständig mit JavaScript in Ihrem Browser; Ihre Angaben verlassen Ihr Gerät nicht und werden nicht gespeichert.

Grundlagen und Quellen
Die genannten Risikofaktoren, die besondere Bedeutung eines vorangegangenen Sturzes und der Zusammenhang zwischen Sturzangst, Aktivitätsverlust und weiterem Risiko entsprechen den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie und den internationalen Leitlinien zur Sturzprävention. Die überlegene Wirksamkeit von Kraft- und Gleichgewichtstraining sowie der Nutzen einer strukturierten Medikamentenüberprüfung sind in systematischen Übersichtsarbeiten belegt. Der Zuschuss zu wohnumfeldverbessernden Maßnahmen bei bestehendem Pflegegrad ergibt sich aus dem Elften Buch Sozialgesetzbuch.

Was dieser Rechner nicht leistet: er ersetzt keine geriatrische Untersuchung und nennt keine Mengen für Vitamin D. Der Stuhl-Test ist ein Verlaufswert, keine Diagnose.

Zuletzt geprüft 7. September 2026 · Nächste Prüfung März 2027 · Veröffentlicht 7. September 2026

Die Rechner auf dieser Seite sind allgemeine Information und ersetzen keine ärztliche Beratung. Ob eine Untersuchung in Ihrem Fall sinnvoll ist, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab. Einzelheiten im medizinischen Haftungsausschluss.