Radon im Haus
Farb-, geruch- und geschmacklos — niemand bemerkt es ohne Messung. Und es ist nach dem Rauchen die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs.
Aktualisiert 7. September 2026 · Referenzwerte von 2026
Situation einordnen
Ob Radon bei Ihnen ein Thema ist, lässt sich nur durch Messen herausfinden.
Einordnung
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—Was Radon ist
Ein radioaktives Edelgas, das im Boden natürlich entsteht und von dort in Gebäude gelangt — durch Risse, undichte Rohrdurchführungen und Kellerböden. Es ist farb-, geruch- und geschmacklos; niemand bemerkt es, ohne zu messen.
Radon ist nach dem Rauchen die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs. In Deutschland werden jährlich mehrere Tausend Lungenkrebstodesfälle darauf zurückgeführt. Das ist bemerkenswert wenig bekannt — obwohl es sich um eine der wenigen Umweltbelastungen handelt, die sich im eigenen Haus vergleichsweise einfach beheben lässt.
Der Referenzwert
300 Becquerel pro Kubikmeter — Referenzwert im Jahresmittel
Er ist keine Grenze zwischen sicher und gefährlich, sondern ein Wert, ab dem Maßnahmen geprüft werden sollen. Weniger ist besser — einen Wert ohne jedes Risiko gibt es nicht.
Die Belastung schwankt regional erheblich. Die Bundesländer haben Radonvorsorgegebiete ausgewiesen — Regionen, in denen erhöhte Werte häufiger auftreten. Dort gelten für Arbeitsplätze in Kellern und Erdgeschossen zusätzlich Messpflichten.
Wichtig: Auch außerhalb dieser Gebiete kann ein einzelnes Haus hohe Werte aufweisen — und innerhalb kann ein Haus unauffällig sein. Die Karte ersetzt die Messung nicht.
Wie gemessen wird
Unkompliziert und günstig. Man bestellt passive Messgeräte — kleine Dosen ohne Strom und ohne Anzeige —, stellt sie in den am häufigsten genutzten Räumen auf und schickt sie nach der Messzeit zur Auswertung ein.
- Zwölf Monate sind die aussagekräftige Messdauer, weil die Werte im Jahresverlauf stark schwanken: Im Winter sind sie deutlich höher als im Sommer.
- Eine Kurzzeitmessung über Wochen gibt einen ersten Eindruck, taugt aber nicht für die Beurteilung — eine sommerliche Kurzmessung kann eine hohe Jahresbelastung völlig verfehlen.
- Gemessen wird dort, wo Sie sich tatsächlich aufhalten — Schlafzimmer und Wohnzimmer, nicht der ungenutzte Keller.
Was hilft, wenn der Wert hoch ist
Fast immer etwas, und oft weniger aufwendig als befürchtet:
- Regelmäßiges Lüften senkt die Werte spürbar — es ist der erste und billigste Schritt, aber allein selten ausreichend bei hohen Werten.
- Abdichten von Rissen, Rohrdurchführungen und Kellertüren.
- Technische Lösungen wie eine Absaugung unter der Bodenplatte, die das Gas ableitet, bevor es ins Haus gelangt. Sie sind wirksam und in bestehenden Gebäuden nachrüstbar.
Bei Sanierung oder Neubau lässt sich das von vornherein mitplanen und kostet dann vergleichsweise wenig.
Der Punkt, der am meisten ausmacht
Radon und Rauchen verstärken sich gegenseitig — das Risiko durch beides zusammen ist deutlich größer als die Summe der Einzelrisiken. Der weitaus größte Teil der radonbedingten Lungenkrebsfälle betrifft Menschen, die auch rauchen.
Wer in einem Haus mit erhöhten Werten lebt und raucht, hat damit zwei Ansatzpunkte — und einen davon vollständig in der eigenen Hand.
Häufige Fragen
Was ist Radon und warum ist es gefährlich?
Ein radioaktives Edelgas, das im Boden natürlich entsteht und durch Risse und undichte Stellen in Gebäude gelangt. Es ist farb-, geruch- und geschmacklos — niemand bemerkt es ohne Messung. Radon ist nach dem Rauchen die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs; in Deutschland werden jährlich mehrere Tausend Todesfälle darauf zurückgeführt.
Wie hoch darf der Wert sein?
Der Referenzwert liegt bei 300 Becquerel pro Kubikmeter im Jahresmittel. Er ist keine Grenze zwischen sicher und gefährlich, sondern ein Wert, ab dem Maßnahmen geprüft werden sollen. Weniger ist besser — einen Wert ohne jedes Risiko gibt es nicht.
Wie messe ich?
Mit passiven Messgeräten: kleine Dosen ohne Strom und Anzeige, die man bestellt, in den meistgenutzten Räumen aufstellt und nach der Messzeit zur Auswertung einschickt. Aussagekräftig sind zwölf Monate, weil die Werte im Jahresverlauf stark schwanken — im Winter deutlich höher als im Sommer. Eine sommerliche Kurzmessung kann eine hohe Jahresbelastung völlig verfehlen.
Reicht es, auf die Radonkarte zu schauen?
Nein. Die Bundesländer haben Radonvorsorgegebiete ausgewiesen, in denen erhöhte Werte häufiger auftreten. Auch außerhalb dieser Gebiete kann ein einzelnes Haus hohe Werte aufweisen, und innerhalb kann ein Haus unauffällig sein. Die Karte ersetzt die Messung nicht.
Werden meine Angaben zur Wohnung gespeichert?
Nein. Die Einordnung läuft vollständig mit JavaScript in Ihrem Browser; Ihre Angaben verlassen Ihr Gerät nicht und werden nicht gespeichert.
Der Referenzwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter im Jahresmittel, die Ausweisung von Radonvorsorgegebieten durch die Länder und die Messpflichten an bestimmten Arbeitsplätzen ergeben sich aus dem Strahlenschutzgesetz und der Strahlenschutzverordnung. Angaben zur Bedeutung von Radon als zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs, zur multiplikativen Wechselwirkung mit dem Rauchen sowie zu Messverfahren und Sanierungsmöglichkeiten entsprechen den Informationen des Bundesamtes für Strahlenschutz.
Was dieser Rechner nicht leistet: er misst nichts und ersetzt keine Messung. Ob Radon bei Ihnen ein Thema ist, lässt sich ausschließlich durch eine Messung über zwölf Monate feststellen.
Zuletzt geprüft 7. September 2026 · Nächste Prüfung März 2027 · Veröffentlicht 7. September 2026
Die Rechner auf dieser Seite sind allgemeine Information und ersetzen keine ärztliche Beratung. Ob eine Untersuchung in Ihrem Fall sinnvoll ist, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab. Einzelheiten im medizinischen Haftungsausschluss.