Brustkrebs-Früherkennung
Dem Einladungsschreiben liegt eine Entscheidungshilfe bei und keine Empfehlung. Das hat einen Grund.
Aktualisiert 7. September 2026 · Referenzwerte von 2026
Was steht Ihnen zu?
Das Screening ist ein Angebot mit Einladung — die Teilnahme ist freiwillig.
in Jahren
Ihr Anspruch
—
—Ein Angebot, keine Pflicht
Das Mammographie-Screening ist ein organisiertes Programm: Frauen in der vorgesehenen Altersspanne werden alle zwei Jahre schriftlich eingeladen, mit einem Terminvorschlag und einer Entscheidungshilfe.
Der Beginn liegt derzeit bei 50 Jahren; eine Ausweitung auf jüngere Jahrgänge ab 45 ist beschlossen und wird umgesetzt. Nach oben wurde die Altersgrenze auf 75 Jahre erweitert. Weil sich dieser Rahmen gerade bewegt, lohnt sich die Nachfrage bei Ihrer Krankenkasse.
Dass dem Einladungsschreiben eine Entscheidungshilfe beiliegt, ist kein Zufall: Bei diesem Programm wird ausdrücklich erwartet, dass Sie selbst entscheiden — und dass Sie beide Seiten kennen.
Nutzen und Schaden
Der Nutzen: In der eingeladenen Altersgruppe sterben weniger Frauen an Brustkrebs. Tumoren werden kleiner entdeckt, was schonendere Behandlungen ermöglicht.
Der Schaden, den Screening ebenfalls hat und über den seltener gesprochen wird:
- Falscher Alarm. Ein auffälliger Befund führt zu weiteren Untersuchungen, manchmal zu einer Gewebeentnahme — und stellt sich in den meisten Fällen als harmlos heraus. Die Wochen dazwischen sind für viele belastend.
- Überdiagnose. Manche gefundenen Tumoren wären zu Lebzeiten nie aufgefallen und hätten keine Beschwerden gemacht. Sie werden trotzdem behandelt, weil sich im Einzelfall nicht sagen lässt, welche das sind. Das ist der schwierigste Punkt am Screening.
- Nicht jeder Tumor wird gefunden. Dichtes Drüsengewebe erschwert die Beurteilung; das betrifft jüngere Frauen häufiger.
Beides zusammen ist der Grund, warum es hier eine Entscheidungshilfe gibt und keine Empfehlung. Beide Entscheidungen sind vertretbar.
Was sonst dazugehört
- Tastuntersuchung: Ab 30 besteht Anspruch auf eine jährliche Untersuchung der Brust im Rahmen der Krebsfrüherkennung — einschließlich Anleitung zur Selbstuntersuchung.
- Die eigene Wahrnehmung. Dass die regelmäßige Selbstuntersuchung nach Schema die Sterblichkeit senkt, ist nicht belegt. Die eigene Brust zu kennen und Veränderungen zu bemerken, ist trotzdem sinnvoll — die meisten Tumoren außerhalb des Screenings werden von den Frauen selbst bemerkt.
Bei familiärer Belastung
Wenn in der Familie mehrere Erkrankungen aufgetreten sind, jemand früh erkrankt ist oder auch Eierstockkrebs vorkam, gelten andere Regeln. Dann kommt eine Beratung in einem spezialisierten Zentrum infrage, gegebenenfalls eine genetische Untersuchung und ein intensiviertes Früherkennungsprogramm, das früher beginnt und andere Verfahren einschließt.
Das ist ein eigener Weg und nicht Teil des allgemeinen Screenings — sprechen Sie ihn gezielt an.
Häufige Fragen
Ab wann werde ich zum Screening eingeladen?
Der Beginn liegt derzeit bei 50 Jahren; eine Ausweitung auf jüngere Jahrgänge ab 45 ist beschlossen und wird umgesetzt. Nach oben wurde die Altersgrenze auf 75 Jahre erweitert. Eingeladen wird alle zwei Jahre schriftlich, mit Terminvorschlag und Entscheidungshilfe. Weil sich dieser Rahmen gerade bewegt, lohnt sich die Nachfrage bei Ihrer Krankenkasse.
Warum liegt dem Brief eine Entscheidungshilfe bei?
Weil Screening Nutzen und Schaden hat und bei diesem Programm ausdrücklich erwartet wird, dass Sie selbst entscheiden. Der Nutzen: In der eingeladenen Altersgruppe sterben weniger Frauen an Brustkrebs. Der Schaden: falscher Alarm mit belastenden Abklärungen und Überdiagnose — manche gefundenen Tumoren wären zu Lebzeiten nie aufgefallen. Beide Entscheidungen sind vertretbar.
Was ist Überdiagnose?
Dass ein Tumor gefunden und behandelt wird, der zu Lebzeiten nie Beschwerden gemacht hätte. Er wird trotzdem behandelt, weil sich im Einzelfall nicht sagen lässt, welcher das ist. Das ist der schwierigste Punkt am Screening — und der Grund, warum es hier eine Entscheidungshilfe gibt und keine Empfehlung.
Bringt die Selbstuntersuchung etwas?
Dass die regelmäßige Selbstuntersuchung nach Schema die Sterblichkeit senkt, ist nicht belegt. Die eigene Brust zu kennen und Veränderungen zu bemerken, ist trotzdem sinnvoll — die meisten Tumoren außerhalb des Screenings werden von den Frauen selbst bemerkt. Ab 30 besteht zudem Anspruch auf eine jährliche Tastuntersuchung einschließlich Anleitung.
Werden meine Angaben zur Früherkennung gespeichert?
Nein. Die Auskunft läuft vollständig mit JavaScript in Ihrem Browser; Alter und die übrigen Angaben verlassen Ihr Gerät nicht und werden nicht gespeichert.
Aufbau, Einladungsverfahren und Altersgrenzen des Mammographie-Screening-Programms ergeben sich aus der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie und der oKFE-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses; die Ausweitung der Altersspanne wurde beschlossen und wird schrittweise umgesetzt. Die Darstellung von Nutzen und Schaden einschließlich falsch positiver Befunde und Überdiagnose entspricht der offiziellen Entscheidungshilfe zum Programm und der zugrunde liegenden Übersichtsliteratur. Der Anspruch auf die jährliche Tastuntersuchung ab 30 ergibt sich aus derselben Richtlinie.
Was dieser Rechner nicht leistet: er trifft keine Entscheidung für Sie und ist keine verbindliche Auskunft. Die Altersspanne bewegt sich derzeit — maßgeblich ist die geltende Richtlinie und Ihre Krankenkasse.
Zuletzt geprüft 7. September 2026 · Nächste Prüfung März 2027 · Veröffentlicht 7. September 2026
Die Rechner auf dieser Seite sind allgemeine Information und ersetzen keine ärztliche Beratung. Ob eine Untersuchung in Ihrem Fall sinnvoll ist, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab. Einzelheiten im medizinischen Haftungsausschluss.