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Puls auf Unregelmäßigkeit prüfen

Vorhofflimmern erhöht das Schlaganfallrisiko erheblich — und ein großer Teil der Betroffenen merkt nichts davon. Eine Minute Pulsfühlen ist der einfachste Anfang.

Aktualisiert 7. September 2026 · Referenzwerte von 2026

Drei Muster, die sich am Handgelenk unterscheiden lassen gleichmäßig einzelne Extraschläge völlig unregelmäßig
Einzelne Aussetzer bei sonst gleichmäßigem Takt sind meist harmlos. Charakteristisch für Vorhofflimmern ist, dass sich überhaupt kein Takt einstellt.

Puls auf Unregelmäßigkeit prüfen

Zwei Finger — nicht den Daumen — an die Innenseite des Handgelenks unterhalb des Daumens. Eine volle Minute lang auf den Rhythmus achten, nicht nur zählen.

in Ruhe, nach fünf Minuten Sitzen

Ab 65 wird die Pulsprüfung ausdrücklich empfohlen

Warum es sich lohnt, den Rhythmus zu fühlen

Vorhofflimmern ist die häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung. Es erhöht das Schlaganfallrisiko erheblich — und ein erheblicher Teil der Betroffenen bemerkt davon nichts. Die Rhythmusstörung wird oft erst entdeckt, wenn der Schlaganfall bereits eingetreten ist.

Deshalb empfehlen die europäischen Leitlinien, bei Menschen ab 65 Jahren gelegentlich den Puls zu tasten — bei Gelegenheiten, die ohnehin stattfinden, etwa beim Blutdruckmessen in der Praxis oder in der Apotheke. Es ist eine der wenigen Vorsorgemaßnahmen, die nichts kosten und eine Minute dauern.

Die drei Muster

Was Sie fühlenWas dahinterstecken kann
Gleichmäßig Der übliche Befund. Er schließt Vorhofflimmern nicht aus, weil es anfallsartig auftreten kann.
Einzelne Aussetzer bei sonst gleichmäßigem Rhythmus Meist Extraschläge. Sie sind häufig, kommen bei fast allen Menschen vor und sind in der Regel harmlos — besonders, wenn sie in Ruhe auftreten und bei Belastung verschwinden.
Völlig unregelmäßig, ohne erkennbares Muster Passt zu Vorhofflimmern. Charakteristisch ist, dass sich kein Takt einstellt — der Abstand zwischen den Schlägen wechselt ständig, oft auch die Stärke.

Die Unterscheidung zwischen Extraschlägen und Vorhofflimmern gelingt am Handgelenk nicht sicher. Was Sie feststellen können, ist der Anlass für ein EKG — und mehr soll es auch nicht sein.

Warum ein einzelnes EKG oft nicht reicht

Vorhofflimmern tritt häufig anfallsartig auf und kann Stunden oder Tage dauern, bevor es von selbst aufhört. Ein EKG in der Praxis erfasst dann nur den Moment — und der kann unauffällig sein.

Deshalb wird bei begründetem Verdacht ein Langzeit-EKG über 24 Stunden oder länger angelegt, manchmal auch ein Ereignisrekorder über Wochen. Wenn Ihr EKG normal war, Sie aber weiterhin einen unregelmäßigen Puls bemerken, ist das ein Grund nachzuhaken — kein Grund, es auf sich beruhen zu lassen.

Smartwatches und EKG-Funktionen

Viele Uhren melden Unregelmäßigkeiten, manche zeichnen ein einfaches EKG auf. Diese Funktionen sind brauchbare Hinweisgeber — sie ersetzen aber keine Diagnose, und Fehlalarme sind nicht selten, besonders bei Bewegung.

Der sinnvolle Umgang: Nehmen Sie die Aufzeichnung mit in die Praxis, statt sie zu ignorieren oder sich davon beunruhigen zu lassen. Ein von der Uhr aufgezeichneter Streifen ist für die Ärztin oder den Arzt eine echte Information.

Was bei Vorhofflimmern nicht selbst entschieden wird Ob eine gerinnungshemmende Behandlung nötig ist, wird anhand des persönlichen Risikos entschieden — dafür gibt es einen etablierten Score, der Alter, Geschlecht, Blutdruck, Diabetes, Herzschwäche und frühere Ereignisse einbezieht. Diese Abwägung gehört in die Praxis. Diese Seite berechnet ihn bewusst nicht: Aus einem Punktwert allein folgt keine Entscheidung, und der Nutzen muss gegen das Blutungsrisiko abgewogen werden.

Häufige Fragen

Ich spüre einzelne Aussetzer — ist das Vorhofflimmern?

Eher nicht. Einzelne Aussetzer oder Extraschläge bei sonst gleichmäßigem Rhythmus sind häufig, kommen bei fast allen Menschen vor und sind meist harmlos — besonders, wenn sie in Ruhe auftreten und bei Belastung verschwinden. Vorhofflimmern fühlt sich anders an: völlig unregelmäßig, ohne dass sich ein Takt einstellt. Sicher unterscheiden lässt sich das nur mit einem EKG.

Mein EKG war normal, aber ich spüre es weiter. Was nun?

Nachhaken. Vorhofflimmern tritt häufig anfallsartig auf und kann zwischen den Episoden völlig unauffällig sein — ein EKG in der Praxis erfasst nur den Moment. Bei begründetem Verdacht wird deshalb ein Langzeit-EKG über 24 Stunden oder länger angelegt, manchmal auch ein Ereignisrekorder über Wochen. Ein normales Ruhe-EKG schließt Vorhofflimmern nicht aus.

Warum soll ich ab 65 den Puls prüfen?

Weil Vorhofflimmern mit dem Alter deutlich häufiger wird, das Schlaganfallrisiko erheblich erhöht und ein großer Teil der Betroffenen nichts davon merkt. Die europäischen Leitlinien empfehlen deshalb, ab 65 gelegentlich den Puls zu tasten — bei Gelegenheiten, die ohnehin stattfinden. Es kostet nichts und dauert eine Minute, und behandeltes Vorhofflimmern verhindert Schlaganfälle.

Wie zuverlässig ist die EKG-Funktion meiner Smartwatch?

Als Hinweisgeber brauchbar, als Diagnose nicht. Die Geräte erkennen Unregelmäßigkeiten recht gut, produzieren aber auch Fehlalarme, besonders bei Bewegung. Der richtige Umgang ist, die Aufzeichnung mit in die Praxis zu nehmen — ein gespeicherter Streifen aus dem Moment der Beschwerden ist eine echte Information, gerade weil das Ruhe-EKG in der Praxis oft unauffällig ist.

Verlassen meine Angaben dieses Gerät?

Nein. Die Einordnung läuft mit JavaScript in Ihrem Browser; Rhythmus, Frequenz, Alter und Beschwerden werden nicht übertragen und nicht gespeichert.

Grundlagen und Quellen
Empfehlung zum gelegentlichen Pulstasten ab 65 Jahren und Einordnung des Schlaganfallrisikos nach den Leitlinien der European Society of Cardiology (ESC) zu Vorhofflimmern, denen auch die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) folgt. Hinweise zur Diagnostik einschließlich Langzeit-EKG und Ereignisrekorder aus denselben Quellen. Einordnung von Extraschlägen nach den Patienteninformationen der Deutschen Herzstiftung.

Was dieser Rechner nicht leistet: er erkennt kein Vorhofflimmern und schließt keines aus — das gelingt nur mit einem EKG. Er berechnet auch bewusst keinen Risikoscore für die Gerinnungshemmung; diese Abwägung gehört in die Praxis.

Zuletzt geprüft 7. September 2026 · Nächste Prüfung März 2027 · Veröffentlicht 7. September 2026

Die Rechner auf dieser Seite sind allgemeine Information und ersetzen keine ärztliche Untersuchung. Sie nennen keine Medikamente und keine Dosierungen. Einzelheiten im medizinischen Haftungsausschluss.