Warnzeichen Herzinfarkt
Bei Frauen, älteren Menschen und Menschen mit Diabetes fehlt der typische Brustschmerz häufiger. Entscheidend ist die Kombination der Zeichen.
Aktualisiert 7. September 2026 · Referenzwerte von 2026
Fahren Sie auf keinen Fall selbst und lassen Sie sich auch nicht fahren. Ein Herzinfarkt kann jederzeit zum Herzstillstand führen — im Rettungswagen ist das behandelbar, im Auto nicht.
Der Notruf 112 ist kostenfrei, funktioniert ohne Guthaben und aus jedem Netz.
Welche Zeichen liegen vor?
Diese Liste hilft beim Erkennen. Sie kann einen Herzinfarkt nicht ausschließen — bei Verdacht gilt immer 112.
Einordnung
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—Die Leitzeichen
Das bekannteste Zeichen ist ein anhaltender Schmerz oder Druck in der Brust, länger als fünf Minuten, oft als Enge, Brennen oder ein schweres Gewicht beschrieben. Er kann in beide Arme, in Schulterblätter, Hals, Kiefer oder den Oberbauch ausstrahlen.
Dazu kommen häufig Atemnot, Übelkeit, kalter Schweiß, blasse Haut und ein ausgeprägtes Gefühl von Beklemmung oder Angst.
Wenn der Brustschmerz fehlt
Das ist der Grund, warum Herzinfarkte zu spät erkannt werden. Bei Frauen, älteren Menschen und Menschen mit Diabetes verläuft ein Infarkt häufiger ohne den typischen Brustschmerz. Im Vordergrund stehen dann:
- Atemnot ohne erkennbaren Grund
- Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen im Oberbauch — nicht selten als Magenverstimmung gedeutet
- ausgeprägte Schwäche und Erschöpfung
- Rücken- oder Kieferschmerzen
Bei Menschen mit langjährigem Diabetes kann der Schmerz durch geschädigte Nerven sogar ganz fehlen. Deshalb gilt: Nicht das Fehlen des Brustschmerzes entscheidet, sondern die Kombination aus mehreren Zeichen und das Gefühl, dass etwas ernsthaft nicht stimmt.
Was Sie tun, während der Rettungsdienst kommt
- 112 wählen und beschreiben, was los ist. Bleiben Sie am Telefon, bis die Leitstelle das Gespräch beendet.
- Hinsetzen, Oberkörper erhöht. Nicht flach hinlegen, wenn Atemnot besteht.
- Beengende Kleidung öffnen, Fenster öffnen lassen.
- Haustür aufschließen, damit der Rettungsdienst hereinkommt. Wenn möglich, jemanden zum Einweisen an die Straße schicken.
- Nicht allein lassen. Wenn die Person bewusstlos wird und nicht normal atmet: sofort mit Herzdruckmassage beginnen und die Leitstelle informieren.
- Keine Medikamente auf eigene Faust. Geben Sie kein Nitrospray, das für jemand anderen verordnet wurde, und nehmen Sie nichts vorsorglich ein. Was gegeben wird, entscheidet der Rettungsdienst.
Warum die Minuten zählen
Bei einem Herzinfarkt ist ein Herzkranzgefäß verschlossen, und das dahinterliegende Herzmuskelgewebe stirbt ab — Minute für Minute. Wird das Gefäß früh wieder eröffnet, bleibt ein großer Teil des Muskels erhalten. Wer stundenlang abwartet, verliert Muskel, der nicht zurückkommt.
Der häufigste Grund für Verzögerung ist nicht Unwissen, sondern Zögern: die Hoffnung, dass es vorübergeht, und die Scheu, umsonst den Notruf zu wählen. Diese Scheu ist unbegründet. Ein Fehlalarm ist für den Rettungsdienst Alltag; ein zu spät erkannter Infarkt nicht.
Häufige Fragen
Was, wenn ich mich irre und es kein Infarkt ist?
Dann ist das der Normalfall und kein Problem. Ein großer Teil der Einsätze wegen Brustschmerz endet ohne Infarkt, und der Rettungsdienst ist genau dafür da. Die Scheu, umsonst zu rufen, ist der häufigste Grund für gefährliche Verzögerung. Umgekehrt gilt: Ein zu spät erkannter Infarkt kostet Herzmuskel, der nicht zurückkommt.
Warum darf ich nicht selbst ins Krankenhaus fahren?
Weil ein Herzinfarkt jederzeit zu Herzrhythmusstörungen und zum Herzstillstand führen kann. Im Rettungswagen ist das behandelbar — mit Defibrillator und geschultem Personal. Im eigenen Auto nicht, und am Steuer gefährden Sie zusätzlich andere. Auch das Fahrenlassen durch Angehörige ist keine gute Lösung: Der Rettungsdienst beginnt die Behandlung bereits auf dem Weg und meldet Sie in der Klinik an.
Warum verläuft ein Infarkt bei Frauen oft anders?
Er verläuft nicht grundsätzlich anders, aber der typische Brustschmerz fehlt häufiger. Stattdessen stehen Atemnot, Übelkeit, Oberbauchschmerzen und ausgeprägte Schwäche im Vordergrund — Zeichen, die leicht als Magenverstimmung oder Erschöpfung gedeutet werden. Dasselbe gilt für ältere Menschen und für Menschen mit langjährigem Diabetes, bei denen geschädigte Nerven den Schmerz abschwächen können.
Soll ich eine Aspirin nehmen, wenn ich einen Infarkt vermute?
Nicht auf eigene Faust. Was gegeben wird, entscheidet der Rettungsdienst nach der Beurteilung vor Ort — Blutverdünnung ist nicht in jeder Situation richtig, etwa wenn stattdessen eine Blutung vorliegt. Rufen Sie 112 und warten Sie auf Anweisungen. Dasselbe gilt für Nitrospray, das jemand anderem verordnet wurde: Es kann den Blutdruck gefährlich absenken.
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Warnzeichen, das Vorgehen bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes und die Hinweise zu Verläufen ohne typischen Brustschmerz nach den Informationen der Deutschen Herzstiftung und den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) zum akuten Koronarsyndrom. Ergänzend die Patienteninformationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).
Was diese Seite nicht leistet: Sie kann einen Herzinfarkt weder feststellen noch ausschließen. Das gelingt nur mit EKG und Blutuntersuchung. Bei Verdacht gilt 112 — unabhängig davon, was hier angekreuzt wurde.
Zuletzt geprüft 7. September 2026 · Nächste Prüfung März 2027 · Veröffentlicht 7. September 2026
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