Cholesterin einordnen
Der Referenzbereich auf dem Befund sagt, was üblich ist — nicht, was für Sie anzustreben wäre. Diese beiden Dinge werden ständig verwechselt.
Aktualisiert 7. September 2026 · Referenzwerte von 2026
Cholesterinwerte einordnen
Deutsche Laborbefunde geben Cholesterin meist in mg/dl an. Falls Ihr Befund mmol/l nennt, stellen Sie die Einheit um.
in mg/dl
in mg/dl
in mg/dl — sonst wird es berechnet
in mg/dl — für die LDL-Berechnung
Legt Ihre Praxis fest — hier nur zur Orientierung
Ihr Ergebnis
—
—Es gibt keinen einzelnen Normwert für LDL
Das ist der Punkt, an dem Laborbefunde regelmäßig missverstanden werden. Auf dem Ausdruck steht neben dem LDL-Wert ein Referenzbereich — aber der beschreibt, was in der Bevölkerung üblich ist, und nicht, was für Sie anzustreben wäre.
Der Zielwert richtet sich nach dem Gesamtrisiko für Herz und Gefäße. Nach den europäischen Leitlinien, denen auch die deutschen Fachgesellschaften folgen, gilt:
| Risikobereich | LDL-Zielwert |
|---|---|
| Niedriges Risiko | unter 116 mg/dl (3,0 mmol/l) |
| Mäßiges Risiko | unter 100 mg/dl (2,6 mmol/l) |
| Hohes Risiko | unter 70 mg/dl (1,8 mmol/l) |
| Sehr hohes Risiko | unter 55 mg/dl (1,4 mmol/l) |
Ein LDL von 130 mg/dl kann deshalb bei einer 30-Jährigen ohne Risikofaktoren unauffällig sein und bei jemandem nach einem Herzinfarkt deutlich zu hoch. Die Zahl allein beantwortet die Frage nicht. In welchen Bereich Sie fallen, legt die Praxis fest — dabei fließen Alter, Blutdruck, Rauchen, Diabetes, Nierenfunktion und die Familiengeschichte ein.
Die einzelnen Werte
- LDL transportiert Cholesterin zu den Geweben. Es lagert sich in Gefäßwänden ab — deshalb ist es der Wert, auf den sich die Zielvorgaben beziehen.
- HDL transportiert Cholesterin zur Leber zurück. Niedrige Werte gelten als ungünstig; als Orientierung werden über 40 mg/dl bei Männern und über 50 mg/dl bei Frauen genannt. Ein sehr hoher HDL-Wert ist allerdings kein Schutzbrief — Versuche, ihn gezielt medikamentös anzuheben, haben keinen Nutzen gezeigt.
- Gesamtcholesterin ist die Summe und für sich genommen wenig aussagekräftig, weil es nicht zwischen LDL und HDL unterscheidet. Als grobe Orientierung gilt unter 200 mg/dl.
- Non-HDL = Gesamtcholesterin minus HDL. Es erfasst alle gefäßschädigenden Anteile und wird zunehmend verwendet, besonders bei erhöhten Triglyzeriden. Der Zielwert liegt jeweils 30 mg/dl über dem LDL-Zielwert.
Wie LDL bestimmt wird
LDL = Gesamtcholesterin − HDL − Triglyzeride ÷ 5
Viele Labore berechnen LDL auf diesem Weg, statt es direkt zu messen. Die Formel wird allerdings ungenau, wenn die Triglyzeride über etwa 400 mg/dl liegen — dann ist eine direkte Messung nötig. Auch bei Werten zwischen 150 und 400 unterschätzt sie das LDL tendenziell. Auf manchen Befunden steht deshalb ein Hinweis, welches Verfahren verwendet wurde.
Nüchtern oder nicht?
Für Cholesterin und HDL spielt es kaum eine Rolle. Wird LDL nach Friedewald berechnet, gehen aber die Triglyzeride ein, und die steigen nach dem Essen deutlich an — deshalb wird für ein vollständiges Lipidprofil häufig noch nüchtern abgenommen. Neuere Leitlinien halten eine nicht-nüchterne Bestimmung für die meisten Fragestellungen für ausreichend.
Lipoprotein(a) — einmal im Leben
Lp(a) ist ein weitgehend erblich festgelegter Wert, der sich durch Lebensstil kaum beeinflussen lässt. Deutsche und europäische Fachgesellschaften empfehlen zunehmend, ihn einmal im Leben zu bestimmen: Ein deutlich erhöhter Wert verändert die Risikoeinschätzung und damit auch den LDL-Zielwert, selbst wenn alle anderen Werte normal aussehen. Fragen Sie in der Praxis danach, wenn er bei Ihnen noch nie gemessen wurde.
Häufige Fragen
Mein LDL liegt im Referenzbereich — ist alles in Ordnung?
Nicht unbedingt. Der Referenzbereich auf dem Befund beschreibt, was in der Bevölkerung üblich ist, nicht was für Sie anzustreben wäre. Der Zielwert richtet sich nach Ihrem Gesamtrisiko: Bei niedrigem Risiko gelten unter 116 mg/dl, nach einem Herzinfarkt unter 55. Derselbe Wert kann also je nach Vorgeschichte unauffällig oder deutlich zu hoch sein.
Warum steht auf meinem Befund mg/dl und woanders mmol/l?
Beide Einheiten sind gebräuchlich. In Deutschland überwiegt bei Cholesterin mg/dl, in vielen anderen Ländern und in internationalen Leitlinien mmol/l. Die Umrechnung für Cholesterinwerte lautet: mg/dl geteilt durch 38,67 ergibt mmol/l. Für Triglyzeride gilt ein anderer Faktor, nämlich 88,57 — deshalb dürfen Sie die Werte nicht mit demselben Faktor umrechnen.
Was ist Non-HDL-Cholesterin?
Gesamtcholesterin minus HDL. Übrig bleiben alle Anteile, die sich in Gefäßwänden ablagern können — nicht nur LDL. Der Wert wird zunehmend verwendet, besonders bei erhöhten Triglyzeriden, weil er dort aussagekräftiger ist als ein berechnetes LDL. Der Zielwert liegt jeweils 30 mg/dl über dem LDL-Zielwert; bei sehr hohem Risiko also unter 85 statt unter 55.
Soll ich Lipoprotein(a) bestimmen lassen?
Deutsche und europäische Fachgesellschaften empfehlen zunehmend, diesen Wert einmal im Leben zu messen. Er ist weitgehend erblich festgelegt und durch Lebensstil kaum beeinflussbar — dafür verändert ein deutlich erhöhter Wert die Risikoeinschätzung und damit den LDL-Zielwert, auch wenn alle anderen Werte unauffällig sind. Sprechen Sie es in der Praxis an, wenn er bei Ihnen noch nie bestimmt wurde.
Werden meine Laborwerte gespeichert?
Nein. Die Einordnung läuft mit JavaScript in Ihrem Browser. Die eingegebenen Werte und der gewählte Risikobereich werden nicht an einen Server gesendet und nicht gespeichert; nach dem Schließen des Tabs sind sie verschwunden.
LDL-Zielwerte nach Risikokategorie entsprechend den Leitlinien der European Society of Cardiology (ESC) und der European Atherosclerosis Society (EAS) zur Behandlung von Dyslipidämien, denen auch die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) und die Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen (Lipid-Liga) folgen. Non-HDL-Ziele und die Friedewald-Formel einschließlich ihrer Grenzen aus denselben Quellen. Empfehlung zur einmaligen Lp(a)-Bestimmung nach den aktuellen Fassungen dieser Leitlinien.
Was dieser Rechner nicht leistet: er bestimmt Ihren Risikobereich nicht. Diese Einordnung erfordert Alter, Blutdruck, Rauchstatus, Diabetes, Nierenfunktion und Familiengeschichte und wird in der Praxis vorgenommen. Medikamente und Dosierungen nennt er nicht.
Zuletzt geprüft 7. September 2026 · Nächste Prüfung März 2027 · Veröffentlicht 7. September 2026
Die Rechner auf dieser Seite sind allgemeine Information und ersetzen keine ärztliche Untersuchung. Sie nennen keine Medikamente und keine Dosierungen. Einzelheiten im medizinischen Haftungsausschluss.