Nutri-Score verstehen
Der Buchstabe vergleicht innerhalb einer Produktgruppe. Wer ihn über Gruppen hinweg liest, zieht daraus regelmäßig den falschen Schluss.
Aktualisiert 7. September 2026 · Referenzwerte von 2026
Lässt sich das vergleichen?
Der häufigste Fehler beim Nutri-Score ist der Vergleich über Produktgruppen hinweg. Dieser Rechner prüft, ob Ihr Vergleich trägt.
Zwei Fertigpizzen sind dieselbe Art, Pizza und Müsli nicht
Ergebnis
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—Was der Nutri-Score ist
Der Nutri-Score ist eine freiwillige Nährwertkennzeichnung auf der Vorderseite der Verpackung. In Deutschland kann er seit November 2020 verwendet werden; Hersteller entscheiden selbst, ob sie ihn aufdrucken. Er ist eine eingetragene Marke, und wer ihn nutzt, muss ihn für alle Produkte einer Marke einheitlich verwenden.
Die Berechnung erfolgt je 100 Gramm oder Milliliter und stellt zwei Gruppen von Eigenschaften gegeneinander:
| Verschlechtert den Score | Verbessert den Score |
|---|---|
| Energiegehalt | Ballaststoffe |
| Zucker | Eiweiß |
| gesättigte Fettsäuren | Anteil an Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten |
| Salz | Nüsse und bestimmte Öle |
Aus der Differenz ergibt sich eine Punktzahl und daraus der Buchstabe von A bis E. Der zugrunde liegende Algorithmus wurde 2023 überarbeitet — unter anderem werden seither Salz stärker gewichtet, Vollkorn besser bewertet und Süßstoffe in Getränken nicht mehr belohnt.
Der entscheidende Punkt: verschiedene Skalen
Der Nutri-Score verwendet nicht eine einzige Bewertung für alle Lebensmittel, sondern eigene Skalen für Getränke und für Fette, Öle, Nüsse und Samen. Bei Getränken ist Wasser das einzige Produkt, das ein A erreichen kann.
Daraus folgt die wichtigste Regel im Umgang mit dem Zeichen: Vergleichen Sie nur innerhalb derselben Gruppe. Ein Olivenöl mit einem C ist nicht schlechter als eine Limonade mit einem B — die beiden werden gar nicht auf derselben Skala bewertet. Wer sie nebeneinanderstellt, zieht aus dem Zeichen genau den falschen Schluss.
Der Nutzen liegt an der Stelle, für die es gemacht ist: zwei Fertigpizzen im selben Regal, zwei Müslis, zwei Tomatensaucen. Dort zeigt der Buchstabe zuverlässig, welches Produkt in der Summe der bewerteten Eigenschaften besser abschneidet.
Was er nicht bewertet
- Die Portionsgröße. Bewertet werden 100 g. Wie viel Sie tatsächlich essen, geht nicht ein.
- Zusatzstoffe. Farbstoffe, Konservierungsstoffe und Aromen spielen keine Rolle.
- Den Verarbeitungsgrad. Ein stark verarbeitetes Produkt kann ein gutes Ergebnis erreichen, wenn die bewerteten Nährwerte passen.
- Vitamine und Mineralstoffe gehen bis auf wenige Ausnahmen nicht ein.
- Unverpackte Lebensmittel. Obst, Gemüse, Brot vom Bäcker und Fleisch von der Theke tragen kein Zeichen — was nichts über ihre Qualität aussagt.
Fehlt der Nutri-Score, sagt das nichts
Weil die Kennzeichnung freiwillig ist, bedeutet ihr Fehlen nicht, dass ein Produkt schlecht abschneiden würde. Manche Hersteller verwenden sie gar nicht, andere haben sich bewusst dagegen entschieden. Aus einem fehlenden Zeichen lässt sich deshalb kein Rückschluss ziehen.
Umgekehrt gilt: wer das Zeichen verwendet, muss es für das gesamte Sortiment einer Marke tun und darf nicht nur die gut bewerteten Produkte auszeichnen.
Häufige Fragen
Warum hat Olivenöl kein A?
Weil Fette und Öle auf einer eigenen Skala bewertet werden und Öl naturgemäß sehr energiereich ist. Innerhalb dieser Gruppe schneidet Olivenöl gut ab — im Vergleich zu anderen Ölen und Fetten. Der Buchstabe eines Öls lässt sich nicht mit dem eines Getränks oder eines Frühstücksflockenprodukts vergleichen; das sind unterschiedliche Maßstäbe.
Ist ein Produkt mit A automatisch gesund?
Nein. Der Nutri-Score vergleicht innerhalb einer Produktgruppe und bewertet je 100 g eine begrenzte Auswahl an Nährwerten. Zusatzstoffe, Verarbeitungsgrad und die Portionsgröße gehen nicht ein. Ein A bedeutet also: von den ähnlichen Produkten schneidet dieses in der Summe der bewerteten Eigenschaften am besten ab. Ob und wie viel davon in Ihre Ernährung passt, beantwortet es nicht.
Warum tragen manche Produkte gar keinen Nutri-Score?
Weil die Kennzeichnung in Deutschland freiwillig ist. Hersteller entscheiden selbst, ob sie das Zeichen verwenden. Aus dem Fehlen lässt sich deshalb nichts ableiten. Wer es allerdings nutzt, muss es für alle Produkte einer Marke einheitlich tun — es ist nicht erlaubt, nur die gut bewerteten auszuzeichnen.
Was hat sich 2023 am Algorithmus geändert?
Die Berechnung wurde überarbeitet, um bekannte Schwächen zu beheben. Unter anderem wird Salz stärker gewichtet, Vollkornanteile werden besser bewertet, und Süßstoffe in Getränken führen nicht mehr zu einer Aufwertung. Auch die Bewertung von Fisch, Geflügel und rotem Fleisch wurde differenziert. Produkte werden schrittweise umgestellt — für eine Übergangszeit können deshalb alte und neue Bewertungen nebeneinander im Regal stehen.
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Darstellung nach den Angaben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) zur Einführung des Nutri-Score in Deutschland sowie der Verordnung zur Verwendung der erweiterten Nährwertkennzeichnung. Berechnungsgrundlage und die 2023 überarbeitete Fassung des Algorithmus nach den Veröffentlichungen des wissenschaftlichen Gremiums der beteiligten europäischen Länder. Einordnung der Grenzen der Kennzeichnung nach den Verbraucherinformationen der Verbraucherzentralen.
Was dieser Rechner nicht leistet: er berechnet keinen Nutri-Score. Der Algorithmus ist detailliert, versioniert und produktgruppenabhängig — eine Nachbildung würde falsche Ergebnisse liefern. Er prüft ausschließlich, ob ein Vergleich zweier Buchstaben zulässig ist.
Zuletzt geprüft 7. September 2026 · Nächste Prüfung März 2027 · Veröffentlicht 7. September 2026
Wenn Kalorienzählen, Wiegen oder der Gedanke an Essen einen großen Teil Ihres Tages einnimmt, ist ein Rechner nicht das richtige Werkzeug. Sprechen Sie darüber in Ihrer Hausarztpraxis; die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und die Landesstellen für Suchtfragen bieten außerdem anonyme Beratung an. Die Rechner auf dieser Seite sind allgemeine Information und ersetzen keine Ernährungsberatung und kein ärztliches Gespräch. Einzelheiten im medizinischen Haftungsausschluss.