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Ballaststoffe

30 Gramm empfiehlt die DGE, rund 19 sind es im Durchschnitt. Die Lücke liegt meist beim Getreide, nicht beim Gemüse.

Aktualisiert 7. September 2026 · Referenzwerte von 2026

Empfehlung und Wirklichkeit liegen hier weit auseinander Empfohlen 30 g Tatsächlich rund 19 g Die Mehrheit der Erwachsenen in Deutschland erreicht den Richtwert nicht.
Zwischen Richtwert und tatsächlicher Zufuhr liegt in Deutschland ein Drittel. Der Wechsel von hellem Mehl auf Vollkorn schließt davon den größten Teil.

Ballaststoffe zusammenrechnen

Tragen Sie ein, wie viele Portionen Sie an einem üblichen Tag essen. Die Portionsgrößen stehen jeweils darunter.

Portionen · 2 Scheiben Vollkornbrot, 60 g Haferflocken oder 200 g Vollkornnudeln

Portionen · 2 Scheiben Weißbrot, Brötchen, heller Reis oder helle Nudeln

Portionen à etwa 200 g — auch Salat und Tiefkühlgemüse

Portionen · 1 Apfel, 1 Banane oder 150 g Beeren

Portionen à 200 g gegart — Linsen, Bohnen, Kichererbsen

Portionen à 30 g — etwa eine Handvoll

Portionen à 200 g

30 Gramm — und warum sie kaum jemand erreicht

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt für Erwachsene einen Richtwert von mindestens 30 Gramm Ballaststoffen am Tag. Die tatsächliche Zufuhr in Deutschland liegt im Durchschnitt deutlich darunter — bei Frauen wie bei Männern im Bereich von etwa 18 bis 21 Gramm.

Der Grund liegt weniger im Gemüse als im Getreide: In Deutschland wird viel Brot gegessen, aber überwiegend aus hellem Mehl. Der Wechsel von Weißmehl auf Vollkorn ist der einzelne Schritt mit dem größten Effekt — er verdreifacht den Ballaststoffgehalt derselben Portion ungefähr.

Ballaststoffe je Portion

PortionBallaststoffe
Hülsenfrüchte, 200 g gegartrund 10 g
Vollkornbrot, 2 Scheibenrund 7 g
Haferflocken, 60 grund 6 g
Gemüse, 200 grund 6 g
Kartoffeln, 200 grund 4 g
Obst, eine Portionrund 3 g
Nüsse, 30 grund 3 g
Weißbrot, 2 Scheibenrund 2 g

Die Werte sind Größenordnungen und schwanken je nach Sorte und Produkt. Für die Einordnung reichen sie: Wer eine Portion Hülsenfrüchte in den Tag einbaut, holt damit ein Drittel des Richtwerts.

Was Ballaststoffe tun

Langsam steigern — und dabei mehr trinken Wer die Menge innerhalb weniger Tage stark erhöht, bekommt häufig Blähungen und Völlegefühl. Steigern Sie über zwei bis drei Wochen und trinken Sie ausreichend: Ballaststoffe binden Wasser, und ohne genug Flüssigkeit können sie die Verstopfung verschlimmern statt sie zu lösen. Das ist der häufigste Fehler beim Umstieg.

Wenn der Darm empfindlich reagiert

Bei Reizdarmbeschwerden ist mehr nicht automatisch besser. Manche Ballaststoffe — vor allem bestimmte in Hülsenfrüchten, Zwiebeln und einigen Obstsorten — verstärken bei empfindlichen Menschen Blähungen und Schmerzen, während andere, etwa lösliche Ballaststoffe aus Hafer oder Flohsamenschalen, gut vertragen werden.

Wenn Sie den Verdacht auf einen Reizdarm haben, ist eine pauschale Steigerung der falsche Weg. Das gehört in die Hausarztpraxis, gegebenenfalls mit einer Ernährungsberatung, die eine gezielte Auswahl begleitet.

Häufige Fragen

Warum erreichen so wenige Menschen die 30 Gramm?

Vor allem wegen des Getreides. In Deutschland wird viel Brot gegessen, aber überwiegend aus hellem Mehl, und dasselbe gilt für Nudeln und Reis. Vollkorn enthält bei gleicher Portionsgröße ungefähr das Dreifache. Der Wechsel bei Brot, Nudeln und Reis ist deshalb der Schritt mit dem größten Effekt — größer als jede zusätzliche Portion Gemüse.

Ich bekomme von Vollkorn Blähungen — was tun?

Meist liegt es am Tempo, nicht am Vollkorn. Wer die Menge innerhalb weniger Tage stark erhöht, reagiert häufig mit Blähungen und Völlegefühl; über zwei bis drei Wochen gesteigert gewöhnt sich die Verdauung in der Regel daran. Wichtig ist dabei, gleichzeitig mehr zu trinken. Bleiben die Beschwerden trotz langsamer Steigerung, kann eine Empfindlichkeit dahinterstehen — das gehört in die Praxis.

Helfen Ballaststoffpräparate aus der Apotheke?

Sie können sinnvoll sein, etwa Flohsamenschalen bei bestimmten Beschwerden, und werden auch ärztlich empfohlen. Sie ersetzen aber keine ballaststoffreiche Ernährung: In Lebensmitteln kommen Ballaststoffe zusammen mit Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen vor, und dieser Verbund lässt sich nicht in ein Pulver packen. Wichtig bei allen Präparaten: ausreichend Flüssigkeit dazu.

Zählt der Ballaststoffgehalt auf der Packung mit?

Ja, und er ist eine gute Orientierung. In der EU darf ein Produkt als „Ballaststoffquelle“ bezeichnet werden, wenn es mindestens 3 Gramm je 100 Gramm enthält, und als „ballaststoffreich“ ab 6 Gramm je 100 Gramm. Achten Sie darauf, dass die Angabe je 100 Gramm gilt — eine Portionsangabe daneben kann kleiner gewählt sein, als Sie tatsächlich essen.

Bleiben meine Angaben auf dem Gerät?

Ja. Die Portionsangaben werden mit JavaScript im Browser zusammengerechnet, nicht übertragen und nicht gespeichert. Nach dem Schließen des Tabs sind sie verschwunden.

Grundlagen und Quellen
Richtwert von mindestens 30 Gramm täglich nach den D-A-CH-Referenzwerten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Angaben zur tatsächlichen Zufuhr in Deutschland nach den Erhebungen im Rahmen der Nationalen Verzehrsstudie und des DGE-Ernährungsberichts. Ballaststoffgehalte als Größenordnung nach den üblichen Nährwerttabellen; Kriterien für die Angaben „Ballaststoffquelle“ und „ballaststoffreich“ nach der EU-Verordnung über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben.

Was dieser Rechner nicht leistet: er arbeitet mit Durchschnittswerten je Portion und kann einzelne Produkte nicht abbilden. Bei Reizdarmbeschwerden ist eine pauschale Steigerung nicht angezeigt — dann ist eine gezielte Auswahl nötig.

Zuletzt geprüft 7. September 2026 · Nächste Prüfung März 2027 · Veröffentlicht 7. September 2026

Wenn Kalorienzählen, Wiegen oder der Gedanke an Essen einen großen Teil Ihres Tages einnimmt, ist ein Rechner nicht das richtige Werkzeug. Sprechen Sie darüber in Ihrer Hausarztpraxis; die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und die Landesstellen für Suchtfragen bieten außerdem anonyme Beratung an. Die Rechner auf dieser Seite sind allgemeine Information und ersetzen keine Ernährungsberatung und kein ärztliches Gespräch. Einzelheiten im medizinischen Haftungsausschluss.