Richtig lüften
Ein gekipptes Fenster tauscht wenig Luft, kostet viel Wärme und kühlt die Wand aus. Drei Nachteile auf einmal.
Aktualisiert 7. September 2026 · Referenzwerte von 2026
Lüftungsdauer
Je kälter draußen, desto kürzer — der Luftwechsel geht dann schneller.
in Grad Celsius
Empfehlung
—
—Warum gekippte Fenster das Falsche sind
Ein gekipptes Fenster fühlt sich nach Dauerlüftung an und leistet das Gegenteil:
- Der Luftaustausch ist gering. Durch den schmalen Spalt bewegt sich wenig Luft; die feuchte, verbrauchte Luft im Raum bleibt weitgehend, wo sie ist.
- Die Wärme geht trotzdem verloren — über Stunden sogar mehr als beim kurzen Weitöffnen.
- Die Wand um das Fenster kühlt aus. Und genau dort schlägt sich Feuchtigkeit nieder. Gekippte Fenster im Winter sind eine der häufigsten Ursachen für Schimmel an der Fensterlaibung.
Das Gegenmodell heißt Stoßlüften: Fenster ganz auf, kurz, dann wieder zu. Die Raumluft wird komplett getauscht, während Wände, Möbel und Böden ihre Wärme behalten — sie geben sie danach wieder an die frische Luft ab.
Noch schneller geht Querlüften: Fenster auf gegenüberliegenden Seiten gleichzeitig öffnen, Türen dazwischen auf. Damit ist die Luft in wenigen Minuten ausgetauscht.
Warum Lüften im Winter trocknet
Ein Einwand, der oft kommt: „Draußen ist es feucht, dann hole ich mir die Feuchtigkeit doch herein.“ Im Winter stimmt das nicht — und der Grund ist Physik.
Kalte Luft kann viel weniger Wasser aufnehmen als warme. Auch wenn die Außenluft mit 90 Prozent gemeldet wird, enthält sie bei null Grad absolut wenig Wasser. Wird sie im Raum auf zwanzig Grad erwärmt, sinkt ihre relative Feuchte stark ab — und sie kann dann Feuchtigkeit aufnehmen.
Deshalb ist Lüften im Winter das wirksamste Mittel gegen zu feuchte Wohnungen.
Und der Sonderfall Sommer
Im Sommer kehrt sich das um, und das ist der Punkt, an dem viele Keller feucht werden: Warme, feuchte Sommerluft strömt in einen kühlen Keller, kühlt dort ab — und gibt das Wasser an die kalten Wände ab.
Keller lüftet man deshalb im Sommer früh morgens oder nachts, wenn die Außenluft kühl ist, und an schwülen Nachmittagen gar nicht. Im Winter gilt für den Keller dasselbe wie für die Wohnung.
Wie oft
Als Orientierung: drei- bis viermal täglich in normal genutzten Räumen, dazu immer sofort nach Duschen, Kochen und beim Wäschetrocknen.
Der Bedarf hängt daran, wie viel Feuchtigkeit anfällt. Jeder Mensch gibt über Atmung und Haut mehrere Liter Wasser pro Tag an die Raumluft ab; Kochen, Duschen und vor allem drinnen getrocknete Wäsche kommen dazu — eine Maschinenladung bringt mehrere Liter zusätzlich in die Wohnung.
Vier Punkte, die den Unterschied machen
- Heizung während des Lüftens herunterdrehen. Sonst heizt der Thermostat gegen das offene Fenster an.
- Nach dem Duschen und Kochen sofort lüften — und die Tür zum Rest der Wohnung dabei zu, damit sich die Feuchtigkeit nicht verteilt.
- Morgens das Schlafzimmer. Über Nacht sammelt sich dort besonders viel Feuchtigkeit.
- Kühle Räume nicht mit warmer Luft „mitheizen“. Wer die Tür vom warmen Wohnzimmer ins kalte Schlafzimmer offen lässt, transportiert Feuchtigkeit dorthin, wo sie an kalten Wänden kondensiert. Besser jeden Raum einzeln temperieren.
Woran Sie merken, dass es zu wenig war
An beschlagenen Fensterscheiben am Morgen, an abgestandener Luft, an Kopfschmerzen oder Müdigkeit in geschlossenen Räumen — und, als Spätfolge, an dunklen Flecken in Raumecken und hinter Möbeln.
Häufige Fragen
Warum soll ich nicht dauerhaft kippen?
Weil ein gekipptes Fenster wenig Luft austauscht und trotzdem viel Wärme kostet — über Stunden sogar mehr als kurzes Weitöffnen. Und weil die Wand rund um das Fenster auskühlt: Genau dort schlägt sich Feuchtigkeit nieder. Gekippte Fenster im Winter sind eine der häufigsten Ursachen für Schimmel an der Fensterlaibung.
Hole ich mir bei feuchtem Wetter nicht Feuchtigkeit herein?
Im Winter nicht. Kalte Luft kann viel weniger Wasser aufnehmen als warme — auch bei 90 Prozent gemeldeter Außenfeuchte enthält Luft bei null Grad absolut wenig Wasser. Im Raum auf zwanzig Grad erwärmt, sinkt ihre relative Feuchte stark ab, und sie kann Feuchtigkeit aufnehmen. Deshalb ist Lüften im Winter das wirksamste Mittel gegen feuchte Wohnungen.
Wie lüfte ich den Keller richtig?
Im Sommer früh morgens oder nachts, wenn die Außenluft kühl ist — und an schwülen Nachmittagen gar nicht. Warme, feuchte Sommerluft kühlt im kühlen Keller ab und gibt ihr Wasser an die kalten Wände ab; genau so werden Keller feucht. Im Winter gilt für den Keller dasselbe wie für die Wohnung.
Wie oft muss ich lüften?
Als Orientierung drei- bis viermal täglich in normal genutzten Räumen, dazu immer sofort nach Duschen, Kochen und beim Wäschetrocknen. Der Bedarf hängt daran, wie viel Feuchtigkeit anfällt: Jeder Mensch gibt mehrere Liter Wasser pro Tag an die Raumluft ab, und eine Maschinenladung drinnen getrockneter Wäsche bringt mehrere Liter zusätzlich.
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Die Empfehlung zum Stoß- und Querlüften anstelle dauerhaft gekippter Fenster, die jahreszeitabhängigen Lüftungsdauern und der Zusammenhang zwischen ausgekühlten Fensterlaibungen und Schimmelbildung entsprechen den Empfehlungen des Umweltbundesamtes. Die physikalische Grundlage — die mit der Temperatur stark ansteigende Aufnahmefähigkeit der Luft für Wasserdampf — erklärt sowohl die trocknende Wirkung des Winterlüftens als auch den Sonderfall der sommerlichen Kellerlüftung. Angaben zur Feuchtigkeitsabgabe von Personen und Haushaltstätigkeiten folgen denselben Quellen.
Was dieser Rechner nicht leistet: er ersetzt keine bauphysikalische Beurteilung. Bei wiederkehrender Feuchtigkeit trotz richtigen Lüftens liegt die Ursache oft am Gebäude.
Zuletzt geprüft 7. September 2026 · Nächste Prüfung März 2027 · Veröffentlicht 7. September 2026
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