Lärm in Dezibel
Haarzellen wachsen nicht nach. Deshalb summiert sich jede Belastung über das Leben zur vorherigen hinzu.
Aktualisiert 7. September 2026 · Referenzwerte von 2026
Belastung einordnen
Schäden entstehen aus Lautstärke und Dauer zusammen.
in Dezibel
in Stunden pro Tag
Einordnung
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—Warum die Zahlen täuschen
Dezibel ist eine logarithmische Skala. Das führt dazu, dass kleine Zahlenunterschiede große Wirkungsunterschiede bedeuten:
- +3 dB bedeutet die doppelte Schallenergie — und damit die halbe Zeit, die man sich dem aussetzen sollte.
- +10 dB wird als etwa doppelt so laut empfunden, entspricht aber der zehnfachen Energie.
Von 85 auf 91 Dezibel klingt nach wenig. Tatsächlich sinkt die vertretbare Zeit dabei von acht Stunden auf zwei.
Wo die Grenzen liegen
Als Anhaltspunkt gilt eine Belastung von 85 Dezibel über acht Stunden. Ab dort ist mit Schäden zu rechnen, wenn das regelmäßig geschieht. Am Arbeitsplatz sind Gehörschutz und Maßnahmen ab bestimmten Werten vorgeschrieben — schon unterhalb der 85 Dezibel muss Schutz zur Verfügung gestellt werden.
Kürzere, sehr laute Ereignisse zählen eigenständig: Ein Konzert, ein Böller, ein Schuss. Ein einzelnes sehr lautes Ereignis kann bleibenden Schaden anrichten, ohne dass eine Dauer zusammenkommt.
Was im Ohr passiert
Geschädigt werden die Haarzellen im Innenohr. Der entscheidende Punkt: Sie wachsen nicht nach. Lärmschwerhörigkeit ist damit dauerhaft und summiert sich über das Leben — jede Belastung kommt zur vorherigen hinzu.
Deshalb sind zwei Zeichen so wichtig:
- Dumpfes Hören nach der Belastung — als läge Watte auf den Ohren. Das ist eine vorübergehende Verschiebung der Hörschwelle und ein deutliches Warnzeichen: Die Belastung war zu hoch.
- Pfeifen oder Klingeln danach. Es verschwindet meist wieder — aber wer es wiederholt erlebt, riskiert, dass es bleibt.
Beides bedeutet nicht, dass schon ein bleibender Schaden vorliegt. Es bedeutet, dass die Bedingungen, unter denen er entsteht, gerade erfüllt waren.
Gehörschutz, der auch getragen wird
- Der beste Gehörschutz ist der, den Sie tatsächlich benutzen. Ein einfacher Schaumstoffstöpsel in der Tasche wirkt mehr als ein teurer im Schrank.
- Für Musik und Veranstaltungen gibt es Stöpsel, die den Pegel gleichmäßig über alle Frequenzen senken. Der Klang bleibt erhalten, es wird nur leiser — anders als bei Schaumstoff, der die Höhen stärker dämpft und alles dumpf macht.
- Bei Kindern gilt besondere Vorsicht: Ihr Gehörgang ist kürzer, die Belastung am Trommelfell entsprechend höher. Kapselgehörschutz bei Feuerwerk, Motorsport und lauten Veranstaltungen ist keine Übervorsicht.
- Abstand wirkt stark. Doppelte Entfernung zur Quelle senkt den Pegel deutlich — bei einem Konzert ein paar Meter weiter hinten zu stehen macht mehr aus, als die meisten denken.
Kopfhörer
Eine praktikable Regel lautet: höchstens 60 Prozent der maximalen Lautstärke, höchstens 60 Minuten am Stück. Danach eine Pause.
Wirksamer als jede Regel ist allerdings Geräuschunterdrückung. Der häufigste Grund für zu laute Musik ist Umgebungslärm — im Zug, im Bus, auf der Straße wird lauter gedreht, um ihn zu übertönen. Wer den Umgebungslärm dämpft, dreht automatisch leiser.
Häufige Fragen
Warum sind drei Dezibel mehr so viel?
Weil die Skala logarithmisch ist. Plus drei Dezibel bedeutet die doppelte Schallenergie — und damit die halbe Zeit, die man sich dem aussetzen sollte. Plus zehn Dezibel wird als etwa doppelt so laut empfunden, entspricht aber der zehnfachen Energie. Von 85 auf 91 Dezibel klingt nach wenig; tatsächlich sinkt die vertretbare Zeit von acht Stunden auf zwei.
Ab wann wird Lärm gefährlich?
Als Anhaltspunkt gilt eine Belastung von 85 Dezibel über acht Stunden — ab dort ist mit Schäden zu rechnen, wenn das regelmäßig geschieht. Kürzere, sehr laute Ereignisse zählen eigenständig: Ein Konzert, ein Böller oder ein Schuss kann bleibenden Schaden anrichten, ohne dass eine Dauer zusammenkommt.
Was bedeutet dumpfes Hören nach einem Konzert?
Es ist eine vorübergehende Verschiebung der Hörschwelle und ein deutliches Warnzeichen: Die Belastung war zu hoch. Dasselbe gilt für Pfeifen oder Klingeln danach — es verschwindet meist wieder, aber wer es wiederholt erlebt, riskiert, dass es bleibt. Beides heißt nicht, dass schon ein bleibender Schaden vorliegt, sondern dass die Bedingungen dafür gerade erfüllt waren.
Welcher Gehörschutz ist der richtige?
Der, den Sie tatsächlich benutzen — ein einfacher Schaumstoffstöpsel in der Tasche wirkt mehr als ein teurer im Schrank. Für Musik gibt es Stöpsel, die den Pegel gleichmäßig über alle Frequenzen senken: Der Klang bleibt erhalten, es wird nur leiser. Und Abstand wirkt stark — ein paar Meter weiter hinten zu stehen macht mehr aus, als die meisten denken.
Werden meine Angaben zum Lärm gespeichert?
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Die logarithmische Natur der Dezibelskala, die Halbierung der zulässigen Expositionsdauer je drei Dezibel und der Anhaltswert von 85 Dezibel über acht Stunden entsprechen der Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung sowie den Informationen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung. Die Irreversibilität von Haarzellschäden und die Bedeutung einer vorübergehenden Hörschwellenverschiebung als Warnzeichen entsprechen der HNO-ärztlichen Fachliteratur. Der Zusammenhang zwischen anhaltender Lärmbelastung am Wohnort und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie die Pflicht zur kommunalen Lärmaktionsplanung folgen den Darstellungen des Umweltbundesamtes und den EU-Umgebungslärmvorschriften.
Was dieser Rechner nicht leistet: er misst nichts. Die zugrunde gelegten Pegel sind typische Werte; die tatsächliche Belastung hängt von Abstand, Raum und Quelle ab.
Zuletzt geprüft 7. September 2026 · Nächste Prüfung März 2027 · Veröffentlicht 7. September 2026
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