Koffein-Halbwertszeit
Wirkung und Vorhandensein sind nicht dasselbe. Die Wachheit lässt nach, das Molekül bleibt.
Aktualisiert 7. September 2026 · Referenzwerte von 2026
Abbau berechnen
Die Halbwertszeit schwankt zwischen Menschen erheblich — von zwei bis über zehn Stunden.
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—Wie lange Koffein bleibt
Bei gesunden Erwachsenen liegt die Halbwertszeit im Schnitt bei etwa fünf Stunden. Nach fünf Stunden ist also noch die Hälfte im Körper, nach zehn ein Viertel, nach fünfzehn ein Achtel.
Das erklärt, warum ein Kaffee am Nachmittag den Schlaf beeinflussen kann, obwohl die anregende Wirkung längst vorbei scheint: Wirkung und Vorhandensein sind nicht dasselbe. Die spürbare Wachheit lässt nach, das Molekül bleibt.
Warum die Zahl bei Ihnen anders sein kann
Die Spanne ist groß — von etwa zwei bis über zehn Stunden. Das liegt an einem Leberenzym, dessen Aktivität sich zwischen Menschen stark unterscheidet, und an mehreren Einflüssen:
- Rauchen beschleunigt den Abbau deutlich — Rauchende brauchen oft mehr Koffein für dieselbe Wirkung. Nach einem Rauchstopp kehrt sich das um: Die gewohnte Menge wirkt plötzlich zu stark, was regelmäßig als Nebenwirkung des Aufhörens fehlgedeutet wird.
- Hormonelle Verhütungsmittel verlangsamen den Abbau, oft auf etwa das Doppelte.
- In der Schwangerschaft verlängert sich die Halbwertszeit erheblich, im letzten Drittel auf ein Vielfaches.
- Lebererkrankungen verlangsamen den Abbau.
- Auch manche Medikamente greifen ein, teils sehr stark. Wer bei gewohnter Menge plötzlich zittrig wird, sollte das mit der Praxis besprechen.
Wie viel drin ist
Die Gehalte schwanken stärker, als die meisten annehmen — zwischen Sorten, Röstungen und Zubereitungen um ein Mehrfaches. Als grobe Orientierung:
| Getränk | Koffein etwa |
|---|---|
| Filterkaffee, Tasse | 90 bis 100 mg |
| Espresso | 60 bis 70 mg |
| Schwarzer Tee | 40 bis 50 mg |
| Grüner Tee | 25 bis 35 mg |
| Cola, 0,33 l | 30 bis 40 mg |
| Energydrink, 0,25 l | etwa 80 mg |
Ein verbreiteter Irrtum: Espresso enthält weniger Koffein als eine Tasse Filterkaffee, nicht mehr. Die Konzentration ist höher, die Menge kleiner.
Die Orientierungswerte
- Für gesunde Erwachsene gelten bis etwa 400 mg über den Tag als unbedenklich, als Einzelmenge bis etwa 200 mg.
- In der Schwangerschaft und Stillzeit liegt der Wert bei etwa 200 mg am Tag.
- Für Kinder und Jugendliche gibt es keine sinnvolle Empfehlung außer möglichst wenig. Energydrinks sind hier das eigentliche Thema: Sie sind in Deutschland ohne Altersgrenze erhältlich, und eine große Dose kann so viel Koffein enthalten wie mehrere Tassen Kaffee — meist zusammen mit reichlich Zucker.
Gewöhnung und Entzug
An die anregende Wirkung gewöhnt sich der Körper innerhalb weniger Tage. An andere Effekte — etwa auf den Blutdruck — deutlich weniger. Wer also den Eindruck hat, Koffein wirke bei ihm gar nicht mehr, irrt sich meist nur über die spürbaren Anteile.
Bleibt die gewohnte Menge aus, treten nach etwa zwölf bis vierundzwanzig Stunden Kopfschmerzen, Müdigkeit und Reizbarkeit auf. Das dauert einige Tage und ist harmlos — aber es ist auch der Grund, warum viele Menschen glauben, ohne Kaffee nicht funktionieren zu können: Sie beheben damit vor allem einen Entzug.
Wer reduzieren möchte, kommt mit einer schrittweisen Verringerung über ein bis zwei Wochen deutlich besser durch als mit einem abrupten Stopp.
Häufige Fragen
Wie lange bleibt Koffein im Körper?
Die Halbwertszeit liegt bei gesunden Erwachsenen im Schnitt bei etwa fünf Stunden — danach ist noch die Hälfte da, nach zehn Stunden ein Viertel. Die Spanne zwischen Menschen ist allerdings groß, von etwa zwei bis über zehn Stunden. Wirkung und Vorhandensein sind dabei nicht dasselbe: Die spürbare Wachheit lässt nach, das Molekül bleibt.
Was verändert den Abbau?
Rauchen beschleunigt ihn deutlich — nach einem Rauchstopp wirkt die gewohnte Menge plötzlich zu stark, was oft als Nebenwirkung des Aufhörens fehlgedeutet wird. Hormonelle Verhütungsmittel verlangsamen ihn, oft auf etwa das Doppelte. In der Schwangerschaft verlängert sich die Halbwertszeit erheblich, im letzten Drittel auf ein Vielfaches. Auch Lebererkrankungen und manche Medikamente greifen ein.
Hat Espresso mehr Koffein als Filterkaffee?
Nein, weniger — das ist ein verbreiteter Irrtum. Die Konzentration ist höher, die Menge kleiner: Ein Espresso liegt bei etwa 60 bis 70 Milligramm, eine Tasse Filterkaffee bei 90 bis 100. Die Gehalte schwanken allerdings zwischen Sorten, Röstungen und Zubereitungen um ein Mehrfaches.
Warum bekomme ich ohne Kaffee Kopfschmerzen?
Weil der Körper sich an die gewohnte Menge angepasst hat. Bleibt sie aus, treten nach etwa zwölf bis vierundzwanzig Stunden Kopfschmerzen, Müdigkeit und Reizbarkeit auf; das dauert einige Tage und ist harmlos. Es ist auch der Grund, warum viele glauben, ohne Kaffee nicht funktionieren zu können — sie beheben damit vor allem einen Entzug. Wer reduzieren möchte, kommt schrittweise über ein bis zwei Wochen besser durch als abrupt.
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Die mittlere Halbwertszeit von Koffein, ihre Streuung zwischen Personen und die genannten Einflussfaktoren — Rauchen, hormonelle Kontrazeptiva, Schwangerschaft, Lebererkrankungen und bestimmte Arzneimittel über das Enzym CYP1A2 — entsprechen der pharmakologischen Literatur. Die Orientierungswerte von etwa 400 Milligramm täglich für gesunde Erwachsene, 200 Milligramm als Einzelmenge und 200 Milligramm täglich in Schwangerschaft und Stillzeit stammen von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit. Angaben zu Koffeingehalten und zur Entzugssymptomatik folgen denselben Quellen sowie den Informationen des Bundesinstituts für Risikobewertung.
Was dieser Rechner nicht leistet: er misst nichts. Die Halbwertszeit ist ein Durchschnitt, und die Koffeingehalte einzelner Getränke schwanken um ein Mehrfaches — das Ergebnis ist ein Überschlag.
Zuletzt geprüft 7. September 2026 · Nächste Prüfung März 2027 · Veröffentlicht 7. September 2026
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