Händewaschen
Bei Brechdurchfall im Haushalt wirkt Seife besser als jedes Desinfektionsgel. Das ist der Punkt, an dem viele auf das Falsche setzen.
Aktualisiert 7. September 2026 · Referenzwerte von 2026
Was ist die richtige Wahl?
Seife und Desinfektionsmittel leisten Verschiedenes — bei manchen Erregern wirkt nur eines.
Empfehlung
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—Die Stellen, die ausgelassen werden
Händewaschen ist eine der wirksamsten Einzelmaßnahmen gegen Infektionen überhaupt — und fast alle machen dabei dieselben vier Auslassungen:
- Die Daumen. Sie werden beim Reiben umkreist statt eingeschlossen.
- Die Fingerkuppen. Ausgerechnet der Teil, der am meisten berührt.
- Die Zwischenräume zwischen den Fingern.
- Die Nägel — Rand und Unterseite.
Handflächen dagegen werden immer gewaschen. Sie sind nicht das Problem.
Die Dauer: 20 bis 30 Sekunden Reiben mit Seife. Das ist länger, als es sich anfühlt — deshalb der Trick mit einem Lied oder dem zweimaligen Zählen bis zehn. Bei Kindern funktioniert das besonders gut.
Was die Wassertemperatur nicht leistet
Sie tötet keine Keime. Dafür müsste das Wasser so heiß sein, dass man die Hände nicht hineinhalten könnte. Entscheidend ist die mechanische Reibung mit Seife — sie löst Fett und Schmutz, und die Erreger werden abgespült.
Angenehm warmes Wasser ist trotzdem sinnvoll: Man wäscht dann länger. Und sehr heißes Wasser schadet der Haut, was die Sache eher schlechter macht.
Abtrocknen gehört dazu
Das wird regelmäßig übersehen: Feuchte Hände übertragen Keime deutlich leichter als trockene. Gründliches Abtrocknen ist damit ein eigener Teil der Hygiene, nicht der Abschluss.
In gemeinsam genutzten Bereichen sind Einmalhandtücher die zuverlässigste Lösung. Zu Hause genügt ein Handtuch, das regelmäßig gewechselt wird — bei einer Erkrankung im Haushalt bekommt die erkrankte Person besser ein eigenes.
Seife oder Desinfektionsmittel?
Im Alltag ist Seife die richtige Wahl. Desinfektionsmittel sind für Situationen gedacht, in denen kein Waschbecken verfügbar ist oder ein besonderes Risiko besteht — bei der Pflege eines Angehörigen etwa.
Und hier liegt ein Punkt, der bei Magen-Darm-Wellen den Unterschied macht: Gegen einige Erreger wirken übliche alkoholische Desinfektionsmittel kaum. Das betrifft unter anderem die Viren, die für die typischen winterlichen Brechdurchfälle verantwortlich sind, und bestimmte sporenbildende Bakterien.
In diesen Fällen ist gründliches Händewaschen mit Seife die wirksamere Maßnahme, weil die Erreger mechanisch entfernt und abgespült werden. Wer sich bei einem Brechdurchfall im Haushalt auf Desinfektionsgel verlässt, verlässt sich auf das Falsche.
Antibakterielle Seifen bringen im Haushalt keinen belegten Zusatznutzen gegenüber normaler Seife — normale Seife genügt.
Wann waschen
- Nach dem Nachhausekommen, nach der Toilette, nach dem Naseputzen.
- Vor dem Essen und vor dem Zubereiten von Speisen.
- Nach Kontakt mit rohem Fleisch, Geflügel und Eiern.
- Nach Kontakt mit Tieren.
- Vor und nach der Versorgung einer erkrankten Person oder einer Wunde.
Hautpflege ist Hygiene
Das klingt nach einem Nebenaspekt und ist keiner. Rissige, entzündete Haut trägt mehr Keime als intakte und lässt sich schlechter reinigen — und wer schmerzende Hände hat, wäscht seltener.
Eincremen nach dem Waschen ist deshalb Teil der Sache, besonders im Winter und bei Menschen, die beruflich häufig waschen. Bei anhaltendem Ekzem lohnt sich der Weg in die hautärztliche Praxis: Handekzeme sind gut behandelbar und werden zu lange ertragen.
Häufige Fragen
Wie lange muss ich Hände waschen?
20 bis 30 Sekunden Reiben mit Seife — das ist länger, als es sich anfühlt, weshalb der Trick mit einem Lied oder zweimaligem Zählen bis zehn hilft. Wichtiger als die Dauer allein sind aber die Stellen: Daumen, Fingerkuppen, Zwischenräume und Nägel werden fast immer ausgelassen. Handflächen sind nicht das Problem.
Muss das Wasser heiß sein?
Nein. Die Temperatur tötet keine Keime — dafür müsste das Wasser so heiß sein, dass man die Hände nicht hineinhalten könnte. Entscheidend ist die mechanische Reibung mit Seife. Angenehm warmes Wasser ist trotzdem sinnvoll, weil man dann länger wäscht; sehr heißes schadet der Haut und macht die Sache eher schlechter.
Seife oder Desinfektionsmittel?
Im Alltag Seife. Desinfektionsmittel sind für Situationen ohne Waschbecken oder mit besonderem Risiko gedacht. Wichtig bei Magen-Darm-Wellen: Gegen die typischen Erreger wirken übliche alkoholische Mittel kaum — dort ist gründliches Waschen mit Seife die wirksamere Maßnahme, weil die Erreger mechanisch entfernt und abgespült werden.
Spielt das Abtrocknen eine Rolle?
Ja, und es wird regelmäßig übersehen: Feuchte Hände übertragen Keime deutlich leichter als trockene. Gründliches Abtrocknen ist damit ein eigener Teil der Hygiene. Zu Hause genügt ein regelmäßig gewechseltes Handtuch — bei einer Erkrankung im Haushalt bekommt die erkrankte Person besser ein eigenes.
Werden meine Angaben zur Hygiene gespeichert?
Nein. Die Auskunft läuft vollständig mit JavaScript in Ihrem Browser; Ihre Angaben verlassen Ihr Gerät nicht und werden nicht gespeichert.
Die empfohlene Waschdauer, die typischerweise ausgelassenen Handareale, die Bedeutung des gründlichen Abtrocknens und der Vorrang von Seife im häuslichen Alltag entsprechen den Empfehlungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und des Robert Koch-Instituts. Die begrenzte Wirksamkeit üblicher alkoholischer Händedesinfektionsmittel gegenüber unbehüllten Viren und sporenbildenden Bakterien sowie die daraus folgende Empfehlung zum Händewaschen bei Gastroenteritiden folgen denselben Quellen. Dass antibakterielle Seifen im Haushalt keinen belegten Zusatznutzen bieten, entspricht der Bewertung des Bundesinstituts für Risikobewertung. Der Zusammenhang zwischen geschädigter Handhaut und erhöhter Keimbesiedlung ist arbeitsmedizinisch beschrieben.
Was dieser Rechner nicht leistet: er nennt keine Produkte und ersetzt keine Hygieneanweisung in Einrichtungen — dort gelten eigene Vorgaben.
Zuletzt geprüft 7. September 2026 · Nächste Prüfung März 2027 · Veröffentlicht 7. September 2026
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