CRP und BSG
CRP reagiert in Stunden, die Blutsenkung in Tagen. Wenn beide nicht zusammenpassen, ist das meist eine Frage des Zeitpunkts.
Aktualisiert 7. September 2026 · Referenzwerte von 2026
Entzündungswerte einordnen
Die Blutsenkung wird alterskorrigiert beurteilt — der Rechner berücksichtigt das.
in mg/l — üblicher Bereich unter etwa 5
mm in der 1. Stunde
Für die Alterskorrektur der Blutsenkung
Einordnung
—
—Zwei Werte mit verschiedenem Tempo
Beide zeigen an, dass im Körper eine Entzündungsreaktion läuft — aber mit ganz unterschiedlicher Geschwindigkeit.
- CRP steigt innerhalb von Stunden, erreicht nach etwa zwei Tagen den Höhepunkt und fällt ebenso schnell wieder ab. Damit eignet es sich, um einen Verlauf zu verfolgen — etwa ob eine Behandlung wirkt.
- Die Blutsenkung steigt über Tage und fällt über Wochen. Sie hinkt dem Geschehen hinterher und bleibt noch lange erhöht, wenn die Entzündung bereits abklingt.
Deshalb passen die beiden Werte oft scheinbar nicht zusammen — das ist kein Widerspruch, sondern eine Frage des Zeitpunkts.
Die Blutsenkung altersabhängig lesen
Die Blutsenkung steigt physiologisch mit dem Alter. In Deutschland ist deshalb eine einfache Faustregel gebräuchlich:
Männer: Alter ÷ 2 · Frauen: (Alter + 10) ÷ 2
Ergebnis in mm in der ersten Stunde. Bei einer 70-jährigen Frau liegt die Obergrenze damit bei 40 — ein Wert von 35 ist dort unauffällig, bei einer 30-Jährigen wäre er es nicht.
Beeinflusst wird die Blutsenkung außerdem von Blutarmut, Schwangerschaft und einigen Eiweißveränderungen im Blut — auch ohne jede Entzündung.
Was die Höhe des CRP sagt — und was nicht
| CRP | Einordnung |
|---|---|
| unter 5 mg/l | üblicher Bereich |
| 5 – 20 mg/l | leicht erhöht — sehr unspezifisch. Auch Übergewicht, Rauchen und banale Infekte erzeugen solche Werte. |
| 20 – 100 mg/l | deutlich erhöht — viele Ursachen möglich |
| über 100 mg/l | stark erhöht, häufiger bei bakteriellen Infektionen — beweisend ist es aber nicht. |
Der wichtigste Punkt dazu: Aus der Höhe des CRP lässt sich nicht sicher ableiten, ob eine Erkrankung bakteriell ist. Auch Virusinfekte, Autoimmunerkrankungen und Gewebeschäden erhöhen den Wert. Ein Antibiotikum wird deshalb nicht anhand des CRP verordnet, sondern anhand des Gesamtbilds.
Ebenso wenig schließt ein normales CRP eine Infektion aus — in den ersten Stunden ist es noch nicht gestiegen. Wer sich am ersten Krankheitstag testen lässt, bekommt oft einen unauffälligen Wert.
CRP ist nicht gleich hs-CRP
Auf manchen Befunden steht hs-CRP — hochsensitives CRP. Es misst denselben Stoff mit einem empfindlicheren Verfahren und dient einer ganz anderen Frage: der Einschätzung des Herz-Kreislauf-Risikos im Bereich sehr niedriger Werte. Für die Frage nach einer akuten Entzündung ist es nicht gedacht, und die Zahlen sind nicht mit dem gewöhnlichen CRP-Bereich zu vergleichen.
Häufige Fragen
Mein CRP ist leicht erhöht, ich fühle mich gut. Ist das schlimm?
Werte zwischen 5 und 20 mg/l sind sehr unspezifisch. Sie entstehen bei banalen Infekten, aber auch bei Übergewicht, beim Rauchen, nach körperlicher Belastung und bei vielen anderen Anlässen. Ohne Beschwerden und ohne konkrete Fragestellung führt ein solcher Wert meist zu einer Kontrolle und nicht zu weiteren Untersuchungen. Genau deshalb wird das CRP nicht zum Screening bestimmt.
Zeigt ein hohes CRP, dass ich ein Antibiotikum brauche?
Nein. Aus der Höhe lässt sich nicht sicher ableiten, ob eine Erkrankung bakteriell ist — auch Virusinfekte, Autoimmunerkrankungen und Gewebeschäden erhöhen den Wert. Ein CRP über 100 mg/l kommt bei bakteriellen Infektionen häufiger vor, beweisend ist das aber nicht. Die Entscheidung fällt anhand des Gesamtbilds, nicht anhand einer Zahl.
Mein CRP ist normal, ich bin aber krank. Wie kann das sein?
Wahrscheinlich haben Sie früh gemessen. Das CRP beginnt erst nach einigen Stunden zu steigen und erreicht seinen Höhepunkt nach etwa zwei Tagen — am ersten Krankheitstag ist es oft noch unauffällig. Ein normales CRP schließt eine Infektion also nicht aus. Umgekehrt fällt es nach dem Abklingen schnell wieder ab, während die Blutsenkung noch wochenlang erhöht bleiben kann.
Warum wird die Blutsenkung nach dem Alter beurteilt?
Weil sie physiologisch mit dem Alter steigt. In Deutschland ist eine einfache Faustregel gebräuchlich: Bei Männern gilt Alter geteilt durch zwei als Obergrenze, bei Frauen Alter plus zehn, geteilt durch zwei. Bei einer 70-jährigen Frau liegt die Grenze damit bei 40 — ein Wert von 35 ist dort unauffällig, bei einer 30-Jährigen wäre er erklärungsbedürftig.
Bleiben meine Entzündungswerte auf diesem Gerät?
Ja. Die Einordnung läuft mit JavaScript in Ihrem Browser; CRP, Blutsenkung und die übrigen Angaben werden nicht übertragen und nicht gespeichert.
Kinetik von CRP und Blutsenkung sowie die Einordnung der Größenordnungen nach den Empfehlungen der laboratoriumsmedizinischen Fachgesellschaften. Die alterskorrigierte Obergrenze der Blutsenkung nach Westergren folgt der in Deutschland gebräuchlichen Faustregel. Der Hinweis, dass sich aus der Höhe des CRP keine sichere Unterscheidung zwischen bakteriellen und viralen Ursachen ableiten lässt, entspricht den Leitlinien zum rationalen Einsatz von Antibiotika. Abgrenzung des hochsensitiven CRP nach den kardiologischen Leitlinien.
Was dieser Rechner nicht leistet: er unterscheidet keine Ursachen und trifft keine Aussage zur Notwendigkeit einer Behandlung. Entzündungswerte sind vor allem im Verlauf aussagekräftig, nicht als Einzelbefund.
Zuletzt geprüft 7. September 2026 · Nächste Prüfung März 2027 · Veröffentlicht 7. September 2026
Die Rechner auf dieser Seite erklären, wie Laborbefunde aufgebaut sind. Sie stellen keine Diagnose und ersetzen die Befundung durch Ihre Praxis nicht. Einzelheiten im medizinischen Haftungsausschluss.