Natrium, Kalium, Calcium
Niedriges Natrium heißt meist zu viel Wasser, nicht zu wenig Salz. Und der häufigste auffällige Kaliumwert entsteht schon beim Blutabnehmen.
Aktualisiert 7. September 2026 · Referenzwerte von 2026
Elektrolytwerte einordnen
Tragen Sie ein, was auf Ihrem Befund steht. Beim Calcium ist die Albuminkorrektur wichtig — der Rechner nimmt sie vor, wenn Sie den Albuminwert kennen.
in mmol/l · üblich 135 – 145
in mmol/l · üblich 3,5 – 5,0
in mmol/l · üblich 2,2 – 2,6
in g/l
Einordnung
—
—Natrium — meist eine Frage des Wassers
Der Natriumwert misst die Konzentration im Blut, nicht die Menge im Körper. Ein niedriger Wert bedeutet deshalb meistens nicht, dass Salz fehlt, sondern dass zu viel Wasser im Verhältnis dazu vorhanden ist.
Das ist der Grund, warum die naheliegende Reaktion — mehr Salz essen — in der Regel falsch ist. Häufige Ursachen sind Entwässerungsmittel, bestimmte Antidepressiva, Herz-, Leber- und Nierenerkrankungen, eine gestörte Hormonregulation und, bei Ausdauersport, das Trinken sehr großer Mengen Wasser.
Eine zu schnelle Korrektur kann erheblichen Schaden anrichten — das ist bekannt und der Grund, warum ausgeprägte Natriumstörungen im Krankenhaus und langsam ausgeglichen werden. Auf eigene Faust lässt sich hier nichts sinnvoll verändern.
Kalium — der Wert mit dem häufigsten Artefakt
Kalium ist für den Herzrhythmus entscheidend, und der Bereich ist eng. Zugleich ist der häufigste auffällige Kaliumwert gar keiner: Wird beim Blutabnehmen zu lange gestaut, mit der Faust gepumpt oder werden Blutzellen in der Probe beschädigt, tritt Kalium aus den Zellen aus, und das Gerät misst zu viel.
Ein isoliert erhöhtes Kalium ohne Beschwerden und ohne passende Vorgeschichte wird deshalb zuerst kontrolliert, bevor irgendetwas anderes geschieht. Das Labor vermerkt beschädigte Proben in der Regel.
Echte Erhöhungen entstehen vor allem bei eingeschränkter Nierenfunktion und unter bestimmten Blutdruckmedikamenten. Erniedrigte Werte kommen häufig unter Entwässerungsmitteln vor sowie bei Erbrechen und Durchfall. Beides ist relevant, weil sowohl zu viel als auch zu wenig Kalium Herzrhythmusstörungen auslösen kann.
Calcium — ohne Albumin nicht zu lesen
Etwa die Hälfte des Calciums im Blut ist an Eiweiß gebunden, überwiegend an Albumin. Ist das Albumin niedrig — etwa bei chronischen Erkrankungen oder Mangelernährung —, fällt der Gesamtcalciumwert mit, obwohl der wirksame Anteil normal ist.
korrigiertes Calcium = gemessenes Calcium + 0,02 × (40 − Albumin in g/l)
Alternativ wird das freie, ionisierte Calcium direkt bestimmt — das ist genauer und bei unklaren Fällen der bessere Weg.
Ein wirklich erhöhtes Calcium ist immer erklärungsbedürftig. Die häufigsten Ursachen sind eine Überfunktion der Nebenschilddrüsen und bösartige Erkrankungen; auch eine hochdosierte Vitamin-D-Einnahme kommt infrage. Die Beschwerden sind unspezifisch — Müdigkeit, Verstopfung, vermehrter Durst, Verwirrtheit —, weshalb ein erhöhter Wert oft zufällig auffällt.
Häufige Fragen
Mein Kalium war erhöht, bei der Wiederholung normal. Was war das?
Mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Artefakt der Blutentnahme. Zu langes Stauen, Pumpen mit der Faust oder beschädigte Blutzellen in der Probe lassen Kalium aus den Zellen austreten — das Gerät misst dann zu viel, obwohl im Körper alles in Ordnung ist. Das ist der häufigste auffällige Kaliumwert überhaupt, und deshalb wird ein isoliert erhöhtes Kalium zuerst kontrolliert.
Soll ich bei niedrigem Natrium mehr Salz essen?
In der Regel nicht. Der Natriumwert misst eine Konzentration, nicht eine Menge — ein niedriger Wert bedeutet meist, dass im Verhältnis zu viel Wasser vorhanden ist, und nicht, dass Salz fehlt. Häufige Ursachen sind Entwässerungsmittel, bestimmte Antidepressiva sowie Herz-, Leber- und Nierenerkrankungen. Eine zu schnelle Korrektur kann außerdem Schaden anrichten, weshalb ausgeprägte Störungen langsam und ärztlich ausgeglichen werden.
Warum wird Calcium mit dem Albumin verrechnet?
Weil etwa die Hälfte des Calciums im Blut an Eiweiß gebunden ist, überwiegend an Albumin. Ist das Albumin niedrig, fällt der Gesamtcalciumwert mit, obwohl der wirksame freie Anteil normal ist — das sieht nach einem Calciummangel aus, ist aber keiner. Deshalb wird entweder rechnerisch korrigiert oder gleich das freie, ionisierte Calcium bestimmt.
Sind Kalium- oder Magnesiumpräparate bei Wadenkrämpfen sinnvoll?
Nicht ohne gemessenen Mangel. Wadenkrämpfe haben viele Ursachen und beruhen nur bei einem kleinen Teil der Betroffenen auf einem Elektrolytmangel. Kaliumpräparate ohne Bedarf können sogar schaden, besonders bei eingeschränkter Nierenfunktion — ein zu hoher Kaliumspiegel ist gefährlicher als ein leicht niedriger. Lassen Sie zuerst messen.
Bleiben meine Elektrolytwerte auf diesem Gerät?
Ja. Die Einordnung läuft mit JavaScript in Ihrem Browser; Natrium, Kalium, Calcium und die übrigen Angaben werden nicht übertragen und nicht gespeichert.
Referenzbereiche und die Einordnung von Natrium-, Kalium- und Calciumstörungen nach den Empfehlungen der deutschen nephrologischen und laboratoriumsmedizinischen Fachgesellschaften. Der Hinweis auf die häufige Pseudohyperkaliämie durch Stauung und Hämolyse folgt den Empfehlungen zur Präanalytik. Die Albuminkorrektur des Calciums entspricht der gebräuchlichen Formel; die Bestimmung des ionisierten Calciums gilt als genauer. Die Warnung vor zu schnellem Ausgleich einer Hyponatriämie folgt den einschlägigen Leitlinien.
Was dieser Rechner nicht leistet: er stellt keine Ursache fest und gibt keine Empfehlung zum Ausgleich. Elektrolytstörungen werden nach Ursache behandelt, nicht nach Zahlenwert.
Zuletzt geprüft 7. September 2026 · Nächste Prüfung März 2027 · Veröffentlicht 7. September 2026
Die Rechner auf dieser Seite erklären, wie Laborbefunde aufgebaut sind. Sie stellen keine Diagnose und ersetzen die Befundung durch Ihre Praxis nicht. Einzelheiten im medizinischen Haftungsausschluss.