Blutgruppen und Rhesus
Die Blutgruppe allein genügt für eine Übertragung nicht — es gibt zahlreiche weitere Merkmale. Und in der Schwangerschaft zählt vor allem der Rhesusfaktor.
Aktualisiert 7. September 2026 · Referenzwerte von 2026
Ihre Blutgruppe einordnen
Die Angaben zur Verträglichkeit beziehen sich auf rote Blutkörperchen — im Krankenhaus wird vor jeder Übertragung zusätzlich gekreuzt getestet.
Ihre Blutgruppe
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—Zwei Systeme, die zusammen die Blutgruppe ergeben
Das AB0-System beschreibt, welche Merkmale auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen sitzen: A, B, beide oder keines. Der Rhesusfaktor D kommt als zweite Angabe dazu — positiv oder negativ. Zusammen ergibt das die acht bekannten Kombinationen.
Warum das zählt: Der Körper bildet Abwehrstoffe gegen die Merkmale, die er selbst nicht hat. Wer Blutgruppe A hat, hat Abwehrstoffe gegen B — deshalb wäre eine Übertragung von B gefährlich. Bei 0 fehlen beide Merkmale, weshalb Blutgruppe 0 Rh-negativ im Notfall an alle gegeben werden kann.
Neben diesen beiden gibt es zahlreiche weitere Blutgruppenmerkmale. Deshalb wird vor jeder Übertragung im Krankenhaus zusätzlich ein Kreuztest gemacht: Spender- und Empfängerblut werden direkt zusammengebracht. Die Blutgruppe allein genügt nicht.
Rhesus in der Schwangerschaft
Hier ist der Faktor tatsächlich von Bedeutung. Ist die Mutter Rh-negativ und das Kind Rh-positiv, kann der Körper der Mutter Abwehrstoffe gegen die roten Blutkörperchen des Kindes bilden. Für das erste Kind ist das meist folgenlos; bei einer weiteren Schwangerschaft mit einem Rh-positiven Kind können diese Abwehrstoffe dem Kind schaden.
Vorgebeugt wird mit einer Anti-D-Prophylaxe — einer Spritze, die verhindert, dass die Mutter solche Abwehrstoffe bildet. Seit einigen Jahren lässt sich in Deutschland zuvor über eine Blutuntersuchung der Mutter bestimmen, ob das Kind überhaupt Rh-positiv ist; ist es das nicht, ist die Prophylaxe entbehrlich. Dieser Test ist bei Rh-negativen Schwangeren eine Kassenleistung.
Ihre Blutgruppe steht im Mutterpass — sie wird zu Beginn jeder Schwangerschaft bestimmt.
Blutspenden in Deutschland
Gespendet werden kann ab 18 Jahren; bei der Erstspende gilt in der Regel eine Altersgrenze nach oben, für regelmäßige Spendende sind Ausnahmen möglich. Zwischen zwei Vollblutspenden liegen Mindestabstände, die sich für Männer und Frauen unterscheiden. Vor jeder Spende findet eine ärztliche Untersuchung statt.
Besonders gesucht sind 0 Rh-negativ, weil dieses Blut im Notfall an alle gegeben werden kann, bevor die Blutgruppe des Empfängers bekannt ist — und Rh-negative Gruppen insgesamt, weil sie seltener sind. Der eigene Blutgruppenausweis wird nach der ersten Spende ausgestellt.
Was die Blutgruppe nicht bedeutet
Die verbreitete Vorstellung, die Blutgruppe bestimme, welche Ernährung zu einem passt, hat keine wissenschaftliche Grundlage. Untersuchungen dazu haben keinen Zusammenhang gefunden — die beobachteten Effekte gingen auf die Ernährungsumstellung selbst zurück, unabhängig von der Blutgruppe. Dasselbe gilt für Zusammenhänge mit Charaktereigenschaften.
Häufige Fragen
Kann jeder Blut von 0 Rh-negativ bekommen?
Bei den roten Blutkörperchen ja — deshalb wird diese Gruppe im Notfall verwendet, bevor die Blutgruppe des Empfängers bekannt ist. Das gilt aber nicht unbegrenzt: Neben AB0 und Rhesus gibt es zahlreiche weitere Blutgruppenmerkmale. Deshalb wird vor jeder geplanten Übertragung zusätzlich ein Kreuztest gemacht, bei dem Spender- und Empfängerblut direkt zusammengebracht werden.
Warum ist der Rhesusfaktor in der Schwangerschaft wichtig?
Ist die Mutter Rh-negativ und das Kind Rh-positiv, kann der Körper der Mutter Abwehrstoffe gegen die roten Blutkörperchen des Kindes bilden. Für das erste Kind bleibt das meist folgenlos, bei einer weiteren Schwangerschaft mit Rh-positivem Kind können sie dem Kind schaden. Vorgebeugt wird mit der Anti-D-Prophylaxe. Vorher lässt sich heute über eine Blutuntersuchung der Mutter klären, ob das Kind überhaupt Rh-positiv ist.
Gibt es eine Ernährung, die zur Blutgruppe passt?
Dafür gibt es keine wissenschaftliche Grundlage. Untersuchungen haben keinen Zusammenhang zwischen Blutgruppe und dem Nutzen einer bestimmten Ernährungsform gefunden — die beobachteten Verbesserungen gingen auf die Umstellung selbst zurück und traten unabhängig von der Blutgruppe auf. Dasselbe gilt für angebliche Zusammenhänge mit Charaktereigenschaften.
Kann sich meine Blutgruppe ändern?
Nein. Weichen zwei Bestimmungen voneinander ab, liegt eine Verwechslung oder ein Laborfehler vor — das gehört geklärt. Genau deshalb wird vor einer geplanten Übertragung die Blutgruppe zweimal unabhängig bestimmt. Nach einer Stammzelltransplantation kann sich die Blutgruppe tatsächlich ändern, aber das ist eine sehr besondere Situation und den Betroffenen bekannt.
Werden meine Angaben zur Blutgruppe gespeichert?
Nein. Die Anzeige läuft mit JavaScript in Ihrem Browser; die gewählte Blutgruppe und die übrigen Angaben werden nicht übertragen und nicht gespeichert.
Verteilung der Blutgruppen in Deutschland nach den Angaben des Deutschen Roten Kreuzes. Verträglichkeitsregeln und die Notwendigkeit des Kreuztests sowie der zweifachen unabhängigen Bestimmung vor einer Transfusion nach den Richtlinien der Bundesärztekammer zur Hämotherapie. Angaben zur Anti-D-Prophylaxe und zur vorgeschalteten Bestimmung des kindlichen Rhesusfaktors aus mütterlichem Blut folgen den Mutterschafts-Richtlinien. Die fehlende Evidenz für blutgruppenabhängige Ernährungsformen entspricht der veröffentlichten Studienlage.
Was diese Seite nicht leistet: sie ersetzt keine Blutgruppenbestimmung. Gültig ist ausschließlich ein laborbestätigter Befund — im Notfall wird ohnehin unabhängig davon getestet.
Zuletzt geprüft 7. September 2026 · Nächste Prüfung März 2027 · Veröffentlicht 7. September 2026
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