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Mit dem Alter lässt das Durstempfinden nach. Wer am gefährdetsten ist, merkt es am wenigsten.

Sofort 112 rufen — Worauf es ankommt

Wie gefährdet sind Sie?

Hitze trifft nicht alle gleich — und die Gefährdeten merken es oft zuletzt.

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Sofort 112 rufen Bei Verwirrtheit, Bewusstseinstrübung, Krampfanfall, bei sehr heißer Haut ohne Schwitzen oder wenn jemand nicht mehr ansprechbar ist. Das sind Zeichen eines Hitzschlags — er ist lebensbedrohlich und unterscheidet sich damit grundlegend von einer Hitzeerschöpfung. Bis der Rettungsdienst kommt: Schatten, flach lagern, Kleidung öffnen, mit feuchten Tüchern kühlen. Bewusstlosen nichts zu trinken geben.

Hitze ist gefährlicher, als sie wirkt

In heißen Sommern sterben in Deutschland mehrere Tausend Menschen mehr als sonst. Das passiert selten spektakulär: Meist verschlechtern sich bestehende Herz-, Kreislauf- oder Nierenerkrankungen unter der Belastung.

Betroffen sind vor allem ältere Menschen — und das hat einen tückischen Grund: Mit dem Alter lässt das Durstempfinden nach, und der Körper reguliert die Temperatur schlechter. Wer am gefährdetsten ist, merkt es also am wenigsten.

Deshalb gilt hier etwas anderes als beim Sport: Warten Sie bei Hitze nicht auf den Durst, sondern trinken Sie über den Tag verteilt regelmäßig. Für gesunde, junge Menschen bei sportlicher Belastung ist der Durst ein guter Regler — für ältere Menschen an einem heißen Tag ist er es nicht.

Wen es besonders trifft

  • Menschen über 65, besonders wenn sie allein leben.
  • Chronisch Erkrankte — Herz, Nieren, Lunge, Diabetes, Demenz.
  • Menschen, die bestimmte Medikamente nehmen. Entwässernde Mittel, blutdrucksenkende Mittel und manche Psychopharmaka verändern den Wasserhaushalt oder die Temperaturregulierung. Setzen Sie nichts eigenmächtig ab — fragen Sie aber vor dem Sommer in der Praxis, ob etwas angepasst werden sollte. Das ist einer der am wenigsten genutzten Handgriffe überhaupt.
  • Säuglinge und Kleinkinder.
  • Wer draußen arbeitet oder sich körperlich anstrengt.

Die Wohnung kühl halten

Der entscheidende Satz: Es ist einfacher, eine Wohnung kühl zu halten, als sie wieder kühl zu bekommen.

  • Nachts und früh morgens lüften, am besten quer — dann ist die Außenluft kühler als die Innenluft.
  • Tagsüber Fenster zu und verschatten. Außenliegender Schutz — Rollläden, Markisen, Jalousien — wirkt um ein Vielfaches besser als Vorhänge innen, weil die Wärme gar nicht erst hereinkommt.
  • Geräte aus. Backofen, Wäschetrockner und selbst der ungenutzte Rechner heizen spürbar mit.
  • Ventilator hilft — bis zu einem Punkt. Er kühlt durch Verdunstung. Bei sehr hohen Temperaturen und trockener Haut kann er die Belastung sogar erhöhen; dann ist Kühlung durch feuchte Tücher wirksamer.

Für den Körper

  • Regelmäßig trinken, über den Tag verteilt — bei Herz- oder Nierenerkrankungen aber nur in der Menge, die ärztlich besprochen ist. Das ist eine der wenigen Situationen, in denen mehr trinken nicht pauschal besser ist.
  • Leichte Mahlzeiten, mehrere kleine statt weniger großer.
  • Anstrengung in die Randstunden — früh morgens oder spät abends.
  • Alkohol meiden. Er belastet den Kreislauf zusätzlich.
  • Unterarme und Handgelenke kühlen, Füße in kaltes Wasser. Das wirkt schneller als eine kalte Dusche — die den Körper anschließend gegenregulieren lässt.

Hitzeerschöpfung und Hitzschlag unterscheiden

Der Unterschied entscheidet über die Reaktion:

  • Hitzeerschöpfung: blasse, feuchte Haut, Schwäche, Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel. Die Person ist ansprechbar und orientiert. Maßnahmen: Schatten, hinlegen, Beine hoch, trinken, kühlen. Wenn es sich nicht bessert, ärztliche Hilfe.
  • Hitzschlag: Verwirrtheit, verwaschene Sprache, Bewusstseinstrübung, sehr heiße Haut, teils ohne Schwitzen. Das ist ein Notfall — sofort 112.

Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal ist der Kopf, nicht die Haut: Wer verwirrt ist oder nicht klar antwortet, braucht den Rettungsdienst.

Der wirksamste Handgriff kostet nichts Schauen Sie bei älteren Nachbarn und Angehörigen nach — täglich, wenn es heiß ist. Ein kurzer Anruf oder Besuch ist die wirksamste Einzelmaßnahme, die es bei Hitzewellen gibt, weil die Gefährdeten ihren eigenen Zustand oft nicht bemerken. Und: niemals Kinder oder Tiere im Auto lassen, auch nicht kurz und nicht im Schatten — die Temperatur im Innenraum steigt innerhalb von Minuten in einen tödlichen Bereich.

Häufige Fragen

Soll ich bei Hitze mehr trinken, als ich Durst habe?

Bei Hitze ja — und das ist ein Unterschied zum Sport. Mit dem Alter lässt das Durstempfinden nach, und der Körper reguliert die Temperatur schlechter; wer am gefährdetsten ist, merkt es also am wenigsten. Trinken Sie deshalb regelmäßig über den Tag verteilt. Bei Herz- oder Nierenerkrankungen aber nur in der Menge, die ärztlich besprochen ist.

Warum sind Medikamente bei Hitze ein Thema?

Weil entwässernde Mittel, blutdrucksenkende Mittel und manche Psychopharmaka den Wasserhaushalt oder die Temperaturregulierung verändern. Setzen Sie nichts eigenmächtig ab — fragen Sie aber vor dem Sommer in der Praxis, ob etwas angepasst werden sollte. Das ist einer der am wenigsten genutzten Handgriffe überhaupt.

Wie halte ich die Wohnung kühl?

Nachts und früh morgens lüften, am besten quer — dann ist die Außenluft kühler als die Innenluft. Tagsüber Fenster zu und verschatten, möglichst von außen: Rollläden und Markisen wirken um ein Vielfaches besser als Vorhänge innen, weil die Wärme gar nicht erst hereinkommt. Und Geräte aus — Backofen und Wäschetrockner heizen spürbar mit.

Woran erkenne ich einen Hitzschlag?

Am Kopf, nicht an der Haut. Verwirrtheit, verwaschene Sprache oder Bewusstseinstrübung zusammen mit sehr heißer Haut sind ein Notfall — sofort 112. Eine Hitzeerschöpfung zeigt dagegen blasse, feuchte Haut, Schwäche, Kopfschmerzen und Übelkeit, wobei die Person ansprechbar und orientiert bleibt; dann helfen Schatten, hinlegen, Beine hoch, trinken und kühlen.

Werden meine Angaben zur Hitze gespeichert?

Nein. Die Einordnung läuft vollständig mit JavaScript in Ihrem Browser; Ihre Angaben verlassen Ihr Gerät nicht und werden nicht gespeichert.

Grundlagen und Quellen

Die genannten Risikogruppen, das nachlassende Durstempfinden im Alter, der Einfluss bestimmter Arzneimittelgruppen auf Wasserhaushalt und Temperaturregulierung sowie die Unterscheidung zwischen Hitzeerschöpfung und Hitzschlag entsprechen den Handlungsempfehlungen des Bundesministeriums für Gesundheit und des Umweltbundesamtes zu Hitzeaktionsplänen sowie den Informationen des Robert Koch-Instituts zur hitzebedingten Übersterblichkeit. Empfehlungen zum Verschatten, Lüften und zur Wirkung von Ventilatoren folgen denselben Quellen. Hitzewarnungen für Deutschland gibt der Deutsche Wetterdienst heraus.

Was dieser Rechner nicht leistet: er nennt keine Trinkmengen und keine Medikamente. Ob und wie eine Medikation im Sommer anzupassen ist, entscheidet ausschließlich die behandelnde Praxis.

Veröffentlicht
7. September 2026
Zuletzt geprüft
7. September 2026
Nächste Prüfung
März 2027

Die Rechner auf dieser Seite sind allgemeine Information und ersetzen keine fachliche Beratung. Bei baulichen Fragen entscheidet die Beurteilung vor Ort. Einzelheiten im Haftungsausschluss.